Immobilien-Deal soll das Budget retten
Schwarz-Grün schnürt noch einmal ein Immobilienpaket, um das Budget zu schaffen. Stadteigene GBG kauft um 25 Millionen Euro "Gruabn", Bad zur Sonne und Co. Stadt zahlt jährlich eine Million Euro Miete.

Foto © Marija KanizajDas Bad zur Sonne wird ebenfalls an die GBG verkauft
Viel ist es nicht mehr, was noch verscherbelt werden kann. Aber für heuer zahlt es sich noch einmal aus. VP-Finanzstadtrat Gerhard Rüsch holt sich einmalig 25 Millionen Euro von der stadteigenen GBG (Grazer Bau- und Grünlandsicherungsgesellschaft) und schiebt das Bad zur Sonne, die "Gruabn", das Kindermuseum und noch vieles mehr zur GBG hinüber. Für dieses Paket zahlt dann die Stadt Graz an die eigene Tochter jährlich eine Million Euro Miete.
Es ist ein mittlerweile gut erprobter Trick, um sein Budget ein bisschen besser ausschauen zu lassen. Seit 2002 wird jährlich ein Immobilienpaket verschoben, insgesamt holte sich die Stadt so bereits 347 Millionen Euro. Der Hintergrund: Die Stadt muss nicht selber diese Kredite aufnehmen, das erledigt die ausgegliederte Gesellschaft - was nach den Maastricht-Kriterien erlaubt ist. Ein neuntes Paket im nächsten Jahr ist wahrscheinlich, wenn auch nicht mehr in dieser Höhe. Denn eines stellt Rüsch klar: "Es gibt Dinge, die wir nicht angreifen - etwa den Schloßberg."
KPÖ-Chefin Elke Kahr sind diese Deals suspekt. "Als damit begonnen wurde, hat es geheißen: ,Bis 2010 sind wir damit saniert.' Und wo stehen wir heute?" Für sie sind diese ganzen Ausgliederungen nichts anderes als "die Vorstufe für die echte Privatisierung." Ein Indiz: Die GBG verkauft jährlich Immobilien im Wert von mindestens zwei Millionen Euro. Dazu kommt für Kahr: "Die Mieten belasten das Budget. 2008 haben wir schon 13 Millionen Euro an die GBG gezahlt." Jetzt kommt noch einmal eine Million dazu.
ÖVP-Finanzstadtrat Rüsch verteidigt die Pakete: "Für die Stadt ist das ein Nullsummenspiel und an der Daseinsvorsorge wird nicht gerüttelt."
KPÖ-Chefin Kahr ist dennoch nicht beruhigt, vor allem, wenn sie an die Strukturreform im Haus Graz denkt. "Auch hier ist vom Auslagern die Rede, etwa vom Kanal und den Wirtschaftsbetrieben. Damit geht auch die Kontrolle durch den Gemeinderat verloren." Bis Mitte November will Schwarz-Grün das Haus Graz Neu vorstellen.
Features
Fakten
Das Liegenschaftspaket VIII umfasst den Verkauf von insgesamt 25 Immobilien - die "Promis" darunter sind das Bad zur Sonne, der LUV-Sportplatz, das Kindermuseum, die "Gruabn" und das Tierheim in der Grabenstraße.
25 Millionen Euro nimmt die Stadt Graz bei diesem Verkauf an ihre eigene Tochter GBG ein. Im Gegenzug mietet die Stadt die Objekte um 975.000 Euro zurück.
Das erste Immobilienpaket wurde 2002 mit einem Umfang von 25 Millionen geschnürt. 2003 wurden Liegenschaften im Wert von 55 Millionen verschoben, 2004 waren es 75. Das größte Paket wurde 2005 veräußert: 86 Millionen. 2006 waren es immer noch 77 Millionen, seitdem wird es weniger. 2007 waren es nur mehr 13 Millionen, 2008 noch 16 Millionen - macht insgesamt 347 Millionen.














