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Zuletzt aktualisiert: 14.10.2009 um 00:02 UhrKommentare

Kein Klub ist vor den Augen des Steirer-Duos sicher

Die Herren von Graz und Hartberg setzen auf dasselbe Videoanalyse- und Statistikprogramm.

Foto © GEPA/Sujet

Wenn sich am Samstag die Herren von Graz und Hartberg in der Austrian Volley League gegenüberstehen, kennen sich die Protagonisten nicht nur deshalb so gut, weil es sich um ein Derby handelt. Nein, beide Teams verwenden seit diesem Jahr auch das gleiche Videoanalyse- und Statistikprogramm.

"Stat Shot" heißt die Software, die vor vielen Jahren von Georg Ruppert für den Basketball entwickelt wurde. 2006 wurde diese Basis verwendet, um ihr im Zuge eines Forschungsprojektes den Feinschliff zu verpassen. TU Graz, Joanneum Graz und das Institut für Sportwissenschaften entwickelten drei Jahre lang das Programm, das seit Sommer von den Grazer und Hartberger Volleyballern verwendet wird. "Es gibt ein anderes Programm. Aber wegen der hohen Kosten ist es nicht erschwinglich. Deshalb sind wir jetzt sehr zufrieden", erklärt Graz-Trainer Reinhard Schaumberger.

Die Analyse sieht folgendermaßen aus. Mit Lucas Schachinger (Graz) und Gottfried Rath (Hartberg) haben beide Teams einen Beauftragten, der für die Bearbeitung der von den Spielen gemachten Videos zuständig ist. Aufgrund ihrer Datenverarbeitung sind dann ideale Schlüsse zu realisieren. "Wir können jeden Spieler bis ins kleinste Detail zerlegen und sehen, wo er Schwächen hat. Jeder Angriff von jeder Position kann in Sekundenbruchteilen abgerufen werden. Das ist ein enormer Fortschritt", schwärmt Hartberg-Coach Michael Horvath, der aber warnt: "Die Analyse ist gut. Aber dass man die richtigen Schlüsse daraus zieht, ist wieder etwas anderes."

Die Kooperation sieht vor, dass die Klubs ihre Daten für das Institut für Sportwissenschaften bereitstellen. "Damit können wir wiederum die Spielstruktur im Volleyball erforschen", erklärt Markus Tilp, der sich erhofft, auch mit Vereinen aus anderen Sportarten zusammenzuarbeiten. "Die Software ist so ausgereift, dass es möglich ist, jede Spielsportart zu analysieren. Das Prinzip bleibt immer gleich." Dem Projekt verbunden blieb Ruppert, der ursprünglich der Initiator gewesen war, bis heute. Er ist mit seiner Firma "Pure Dynamics" für den Vertrieb des Produktes verantwortlich.

Am Samstag um 18 Uhr treffen die ewigen Derby-Rivalen nur sechs Tage nach dem Cup-Duell (3:1 für Hartberg) wieder in der Union-Halle aufeinander - mit Legionären. Graz darf wieder auf Peter Bedrac und Michal Peciakowski zurückgreifen, Hartberg baut auf Tomek Dynkowski. Wird die Analyse diesmal überhaupt angewendet? Schaumberger: "Wir werden uns eher auf unser Spiel konzentrieren und eigene Fehler analysieren." Horvath setzt auf "Stat Shot": "Am Freitag im Abschlusstraining hoffen wir, damit die richtige Taktik zu finden."

MICHAEL LORBER

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