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Zuletzt aktualisiert: 14.10.2009 um 05:33 UhrKommentare

Grazer Biologen müssen an Uni bei 16 Grad frösteln

Im neu gebauten Zentrum für Molekularbiologie in Graz zieht es so sehr, dass Krankenstände sich häufen. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Zwei Probleme gibt es im  Zentrum für Molekularbiologie: Es lässt sich nicht ausreichend heizen und die Lüftung sorgt für Verspannungen

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauZwei Probleme gibt es im Zentrum für Molekularbiologie: Es lässt sich nicht ausreichend heizen und die Lüftung sorgt für Verspannungen

Ruft man am Institut für Molekulare Biowissenschaften an, erreicht man eine heisere Sekretärin. Das mag Zufall sein, ist aber bezeichnend für die Klagen, die von dort kommen. "Im Labor ist es immer kalt", sagt eine Mitarbeiterin. Sie ist krank geschrieben: schwere Erkältung.

Sie ist nicht die einzige. Laut Institutsleiter Kai-Uwe Fröhlich gibt es in letzter Zeit mehr Krankenstände als sonst. Es geht vor allem um Erkältungen und Verspannungen. Auch ärztliche Atteste würden das Problem aufzeigen. In einigen Labors und Büros weht nämlich ein ziemlich rauer Wind. Die Belüftungsanlage sei nicht richtig eingestellt, meint Fröhlich. Und jetzt zieht es gewaltig. "In den meisten Räumen ist es auszuhalten, aber dennoch zu kalt." Dazu kommen Probleme mit der Heizung. Es seien auch schon 16 Grad gemessen worden.

Vor zwei Jahren wurde das Zentrum für molekulare Biowissenschaften (ZMB) eröffnet, ein moderner, 40-Millionen-Euro-Bau. Eigentümerin ist die Bundesimmobiliengesellschaft, die Karl-Franzens-Universität ist Mieterin. Laut BIG-Sprecher Ernst Eichinger gibt es zwei Probleme. Das eine: "Man schafft es nicht, ausreichend zu heizen." Die betreffende Firma sei dabei, dies zu beheben. Geschehen ist das ZMB-Mitarbeitern zufolge noch nicht.

Lüftungsproblem

Ein heikleres Thema sei die Lüftung. Büros und Labors werden gemeinsam belüftet. Und da man im Labor eine stärkere Belüftung braucht, zieht es. "Wir haben Gebäude und Lüftungsanlage mit den ansässigen Instituten entwickelt", so Eichinger. Das subjektive Empfinden der dort Arbeitenden sei offenbar bei den Planungen falsch eingeschätzt worden. "Die Lösung wird ein gemeinsames Thema aller Beteiligten."

Eingebaut hat Heizung und Lüftung die Firma Siemens Bacon. "Wir führen das aus, was vorher geplant wurde", sagt Gerhard Hawrylio von Siemens Bacon. "Das Heizungssystem ist träge, aber das ist Planungssache. Die Anlage ist abgenommen." Ein Wärmetauscher werde ausgewechselt, aber das habe keinen Einfluss auf die Wärme im Gebäude. Auch die Lüftung habe man schon mehrfach eingestellt.

Im Institut für Molekularbiologie zieht es derweil weiter. Man bemühe sich mit der BIG, das zu lösen, sagt Universitätssprecher Andreas Schwaiger. "Ein Gesundheitsrisiko können wir aber ausschließen." Im ZMB sieht man das anders. Eine Mitarbeiterin drückt es so aus: "Ohne Weste und Schal kann man im Labor nicht arbeiten, auch im Sommer."

SONJA HASEWEND

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