Ein Traditionsklub am Scheideweg
Bis zur Generalversammlung will der GAK-Präsident die fehlenden 400.000 Euro auftreiben. Doch nach dem Rücktritt von "Vize" Rannegger hat der Klub einige Sorgen mehr.

Foto © GEPAWohin geht die Reise für den GAK?
Jetzt gibt es beim GAK endlich einen konkreten Termin für die Generalversammlung: Just am Freitag, den 13. November, sollen die Weichen für die Zukunft der "Rotjacken" gestellt werden. Beteuerten GAK-Präsident Anton Kürschner und sein "Vize" Harald Rannegger in der vergangenen Wochen noch Einigkeit trotz der Differenzen, kam es am Sonntag dennoch zum Bruch des Duos. Rannegger legte sein Amt "nach Unstimmigkeiten und Angriffen auf meine Person" nieder. Grund für den Rücktritt der "Nummer Zwei" waren die rund 400.000 Euro Differenz zwischen Kürschners (1,6 Millionen) und Ranneggers (1,2) Budgetvorschlägen.
Das Konzept, dass der Ex-Vize für die Generalversammlung ausgetüftelt hat, wird jetzt aber nicht in der Schublade verschwinden. "Ich werde jetzt sicher nicht mit einer Hand voll Leuten bei der Generalversammlung und meinem Konzept auftreten, oder gar einen neuen GAK gründen. Es geht nicht um mein Amt, es geht um die Sache", beteuert Rannegger, der sich noch diese Woche mit einigen Mitgliedern zusammensetzen wird, um weiter Mitglieder zu mobilisieren und eine breite Basis zu schaffen. "Ich habe keine Ambitionen, den Verein diktatorisch zu führen und will nicht Präsident werden. Im Verein sind einige kluge Köpfe, die aus ihren Schützengräben kommen müssen."
Kürschner beruhigt
Zwar geistert der Name Harald Fischl wieder einmal herum, doch der bestreitet Ambitionen, den Verein wieder vorzustehen: "Wenn es brennt erinnern sich alle wieder an mich. Aber im Moment kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dem Verein vorzustehen. Helfen tu ich gerne."
GAK-Präsident Anton Kürschner sieht die Lage beim Grazer Traditionsklub indes weniger dramatisch: "Wir haben derzeit keinen guten Nährboden für Konflikte. Daher glaube ich, dass alle Personen im Vorstand an einem Strang ziehen werden". Die fehlenden 400.000 Euro sollen, wie angekündigt, über ein "Säulenmodell" finanziert werden. Konkret denkt Kürschner dabei an die Investorengruppe, Vereinsmitglieder und "alte Freunde des GAK", doch auch die Politik soll nicht aus der Pflicht genommen werden. Bis zur Generalversammlung soll die Finanzierung seines Budgets jedoch stehen. Dass sich rund um Harald Rannegger eine neue, starke Gruppierung innerhalb des GAK fomieren könnte, hält Kürnscher trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage für unwahrscheinlich.
Mannschaft gereizt
Auch an der Mannschaft gehen die finanziellen Probleme des Vereins nicht spurlos vorüber. "Ich weiß nicht, was beim GAK passiert. Zuerst der Konkurs, jetzt wieder finanzielle Probleme", ist GAK-Kapitän Zikica Vuksanovic ratlos. Einige Gehälter seien noch immer offen. In dieser Woche sollte laut Präsident Kürschner jedoch ein Teil davon beglichen werden. "Noch gibt es keinen Konflikt in der Kabine, aber wie lange geht das noch gut? Viele Spieler haben Familie und müssen ihre Miete, usw. bezahlen", sorgt sich Vuksanovic um die Stimmung in der Mannschaft. Der Slowene wartet darauf, "dass endlich eine Strategie vorgelegt wird."
Die einzig klare Linie beim GAK sieht Trainer Georg Pötscher bei der Mannschaft selbst: "Wir sind noch nicht geteilt", stellt der Ex-Profi klar. Zwar sei es momentan sehr schwer, sich auf die sportlichen Ziele zu konzentrieren, doch das Team bleibt zumindest auf Kurs. Am Freitag steht das Spitzenspiel in Pasching auf dem Plan - für Pötscher eine Gelegenheit, mit einem Sieg einen Ruck durch den Verein gehen zu lassen und auch wirtschaftlich zu einer Verbesserung beizutragen. Die ausstehenden Gehälter und die unklare Zukunft des GAK lassen den Fußball laut Pötscher umso wichtiger werden: "Die 90 Minuten auf dem Platz sind derzeit die schönste Ablenkung".
Features
Fans sauer
Angesichts der momentanen Situation des GAK sehen viele Fans nur wenig Licht am Ende des Tunnels. "Es wird immer geredet und geredet, und dann tauchen wieder neue Schulden auf. Eine Katastrophe!", beklagt sich etwa Egon Paulmichl, Obmann des "GAK Fanclub Graz-Nord".
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