Von hohen Ehren für Steirer und Privilegien für Beamte
Voves ehrt 46 Steirer für ihre Verdienste, nur fünf Frauen sind darunter / Beamte machen weiter Karriere mit Netz.

Foto © ScheriauVoves ehrt 46 Steirer
Landeshauptmann Franz Voves gibt sich die Ehre und zeichnet verdienstvolle Steirer aus. Auf der Liste, die die Landesregierung am Montag absegnet, findet sich auch Prominenz: Wie der Ex-EU-Abgeordnete Reinhard Rack (ÖVP) oder Ex-Wirtschaftskammerpräsident Peter Mühlbacher, die sich auf das Große Goldene Ehrenzeichen freuen dürfen. Das Große Ehrenzeichen erhält der pensionierte Leiter des Landespressedienstes Dieter Rupnik. Der "ORF-Moderatorin der Herzen", Christine Brunnsteiner, die sich in den Ruhestand verabschiedet, wird Voves das Goldene Ehrenzeichen anstecken. Ernüchternd: Der Landeshauptmann ehrt im Kreis der 46 Auserwählten nur fünf Frauen - allesamt in der "niedrigsten" Kategorie.
Um Sonderbehandlungen ganz anderer Art geht es dieser Tage im Grazer Rathaus und in der Burg: Die Stadt hat Ex-Vizebürgermeister Walter Ferk (SPÖ) nun "Jugend am Werk" dienstzugewiesen. Der Magistratsbeamte riskiert ja den Karrieresprung und lässt sich dort als Geschäftsführer versorgen. Besonderen Wagemut braucht er dafür aber nicht: Dank Dienstzuweisung hat er nicht nur ein Rückkehrrecht als Netz, diese sichert ihm auch seine Beamtenpension. Im Land wird eine solche Zuweisung unbefristet verlängert: In deren Genuss kommt Urs Harnik. Der Ex-Sekretär des ÖVP-Landesrates Herbert Paierl werkt also als Konzernsprecher der Estag weiter mit Beamten-Sicherheitsnetz.
Pikant: Schon seit Wochen soll Johannes Hödl aus dem Büro von VP-Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder zu VP-Geschäftsführer Bernhard Rinner auf den Karmelitterplatz wechseln. Diese Dienstzuweisung blockiert die SPÖ. Der Einsatz im ÖVP-Wahlkampf sei nicht "im Interesse des Landes".
Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) wurde über die Landesgrenzen hinaus zum Feindbild der ÖVP. Peter Haubner, Generalsekretär des Wirtschaftsbundes, brandmarkt den Chef der steirischen SPÖ als den "Mann, der die Steuern erhöhen will". Weil Voves hartnäckig eine höhere Besteuerung der "Reichen" und der Wirtschaft fordert, gehöre ihm "die Maske des Sozialromantikers" abgenommen. So einer sei "kein Robin Hood, sondern ein ganz normaler Raubritter". Die markige Sprachregelung wurde bei einem Treffen österreichischer Wirtschaftsbund-Spitzen in Kärnten abgestimmt.
















