Handfester Streit um Parkplätze
Für Parker wird es im Herz-Jesu-Viertel eng: Bei Bürgerinformation über wegfallende Stellflächen setzte es für Grünen Schläge.

Foto © BauerIm Herz-Jesu-Viertel fallen durch Gleissanierungen Parkplätze weg
Verkehr ist ein emotionales Thema - und wenn Autos und Parkplätze im Spiel sind, werfen manche ihre gute Erziehung über Bord. Bei einer Bürgerinformation Dienstagabend in der Herz-Jesu-Kirche flogen im wahrsten Sinn des Wortes die Fetzen. Der grüne Bezirkspolitiker Severin Kann wurde von einem der 100 Anrainer beschimpft und gestoßen und bekam sogar einen Schlag auf den Kopf.
Grund für die hitzige Debatte im bürgerlichen Gründerzeitviertel: Parkplätze für Pkw gehen verloren. Rund 40 Stellflächen mussten entlang der Sparbersbachgasse Sicherheitskeilen vor Zebrastreifen weichen. Und mit der nächsten Gleissanierung zwischen Naglergasse und Schillerplatz im Sommer 2010 drohen weitere 70 zu verschwinden. "In diesem Gebiet ist der Parkdruck ohnehin schon so enorm", klagt VP-Bezirksvorsteherin Edeltraud Zöhrer. Sie verlangt, dass die Anrainer in sämtliche Planungen einbezogen werden.
Das sichert Gudrun Uranitsch aus dem Büro von Verkehrsreferentin Lisa Rücker auch zu. Aber an den Gleissanierungen führe kein Weg vorbei. "Und nach dem Kaprun-Urteil müssen wir eben breitere Sicherheitskorridore neben der Straßenbahn einhalten."
Eine positive Nachricht gibt es bereits: Durch Verlegung der Schienen können rund die Hälfte der 70 bedrohten Stellflächen erhalten werden. Weitere sollen durch Schrägparkplätze in der Nibelungengasse und Naglergasse kompensiert werden.
Als letzten Ausweg für das Viertel wird eine Anrainer-Tiefgarage diskutiert. Ein möglicher Standort wäre unter der Herz-Jesu-Kirche, Vorgespräche gab es bereits. Uranitsch: "Das ist einmal eine Idee, Ort und Finanzierungen sind noch völlig offen."

















