Nach einer Woche schlugen "Bumbum-Räuber" wieder zu
Zwei Maskierte stürmten Grazer Wettcafe, fesselten vier Menschen und schlugen den Kellner blutig. Starke Parallelen zu Überfall in Vorwoche.

Foto © Wilfried RomboldEiner der Täter flüchtete mit diesem Motorrad
Draußen, an der Fassade, werden noch Leuchtschriften angeschraubt. Erst seit Donnerstag hat das Admiral-Wettcafe schräg gegenüber des Postamts in der Kärntnerstraße geöffnet. Drinnen telefonieren hektisch Kriminalpolizisten. Kurz zuvor ist das Wettlokal überfallen worden. Ein Kellner wurde dabei verletzt.
Pfefferspray
Fünf Minuten nach sechs Uhr früh schreiten am Dienstag zwei mit Helmen und Sturmhauben maskierte Männer durch die Tür. Einer hält einen Revolver, der andere eine Pistole. Zu dem Zeitpunkt befinden sich zwei Gäste, der 24-jährige Kellner und ein Sicherheitsmann (31) im Lokal. "Überfall! Bumbum", schreit einer der Männer. Der Security-Mitarbeiter steht auf und will sich ihnen in den Weg stellen. Doch er selbst ist nur mit Pfefferspray ausgerüstet, er wird von den stämmigen Tätern auf den Boden gezwungen, durchsucht und gefesselt. Als dann der Kellner mit dem Revolver bedroht wird, greift er im Reflex nach der Waffe. Da macht der Täter kurzen Prozess und schlägt dem 24-Jährigen mit dem Revolver auf den Kopf. Dabei erleidet der Angestellte eine blutende Rissquetschwunde. "Ich hab' ihm dann eine Lade aufsperren müssen", gibt er später der Polizei zu Protokoll. Daraus schnappen sich die Täter eine Kellnerbrieftasche mit einer eher geringen Geldsumme.
Die Räuber fesseln alle vier Opfer mit einem Garn und sperren sie in die Küche. Dem Sicherheitsmann gelingt es rasch, sich seiner Fesseln zu entledigen und die Polizei zu rufen. Doch als die ersten Streifen eintreffen, sind die Täter verschwunden. Vermutlich mit einem gestohlenen BMW-Motorrad und einem Fahrrad, das die Polizei kurze Zeit später neben einem Radweg entlang der Südbahn findet. Dort dürften die Täter dann in ein Fluchtauto umgestiegen sein.
Erst eine Woche zuvor hatte sich in einem Billardcafe nur 200 Meter weiter ein Überfall nach dem selben Muster ereignet. "Ja, es gibt sehr viele Parallelen", bestätigt Franz Reithofer vom Landeskriminalamt. Auch damals waren es zwei Maskierte mit Faustfeuerwaffen, die ihre Opfer fesselten. Gesagt haben sie nicht viel, außer: "Geld" - und "Bumbum".
Features
Flucht
Die Polizei hat bei einem Acker in der Nähe des Tatortes die vermutlichen Fluchtfahrzeuge - ein Motorrad, das in Andritz gestohlen worden war, und ein Fahrrad - sichergestellt. Vermutlich sind die Täter dort in eine Auto umgestiegen.

















