Der reizende Reigen nach Daniel Glattauer
"Gut gegen Nordwind" im Schauspielhaus Graz.
Was die beiden antreibt, bleibt am Ende übrig: Sehnsucht, unerfüllte. Mit dem E-Mail-Roman "Gut gegen Nordwind" und der virtuellen Beziehungskiste landete Daniel Glattauer 2006 einen Hit, mit "Alle sieben Wellen" erschien 2008 die Fortsetzung. Nun adaptierte der Autor mit Ulrike Zemme den Erstling fürs Grazer Schauspielhaus. Kann das gutgehen? Das ungewisse Spiel von Nähe und Distanz, die gesamte Gefühlspalette, von A wie Angst bis Z wie Zorn, auf eine Bühne zu hieven? Ja, es kann. Auch wenn es ein wenig dauert, um sich vom persönlichen Bild von Emmi und Leo, das sich beim Lesen aufzwängt, zu trennen.
Nah am Buch
Das Stück bleibt nah am Buch. Steffi Krautz, als widerspenstige Emmi und Franz Joseph Strohmeier - urkomisch von desinteressiert bis liebestrunken - tasten sich über Worte aneinander an. Im Nebeneinander. Das wirkt auch im gesprochenen Wort und dank der E-Mails, die über den Beamer laufen. Ein Baukasten mutiert vom Bett zur Badewanne, immerfort, immer weiter, treibt die Handlung in Schnitzler'scher Reigen-Manier fort. Ausnahme: Verbalerotik statt Sex. Fazit: Das Stück wirkt, weil Glattauers Pointen sitzen. "Ich küsse so ähnlich wie ich schreibe." Sagt Leo. Dabei bleibt's. Und das ist auch gut so.
Features
Nächste Spieltermine
3., 15. und 27. 10., 2., 19., 24. und 30. 11., 20.30 Uhr, Ebene 3, Schauspielhaus Graz, Karten: Tel. (0 31 6) 80 00.













