Überzeugende Debüts an der Grazer Oper
Das Besetzungsglück in der Grazer Oper hält an. Auch in Giacomo Puccinis "Madama Butterfly" imponieren neue, erstklassige Stimmen.

Foto © APAGrazer Oper
Der unbekümmerte, draufgängerische Einsatz seines durch Glanz, Schmelz und strahlende Höhe beeindruckenden Tenors passt perfekt zum Charakter des leichtfertigen, bedenkenlosen Marineleutnants. Als Pinkerton in Giacomo Puccinis "Madama Butterfly" feiert der russische Tenor Maxim Aksenov sein beeindruckendes Debüt an der Grazer Oper, in der er ab Dezember auch als Prinz in Dvoráks "Rusalka" auftreten wird.
Mädchenhafte Anmut
Nicht minder imposant gelingt das Hausdebüt von Oksana Dyka. Sie verfügt über genügend Reserven, um die dramatischen Ausbrüche der Titelheldin ohne Schärfen zu meistern, vermag ihrer Stimme aber auch die für den ersten Akt nötige mädchenhafte Anmut zu verleihen.
Daneben machen Ulrike Helzel als neue Suzuki, Giovanni Meoni als bewährter Sharpless, Manuel von Senden als herrlich schmieriger Goro und Konstantin Sfiris als stimmgewaltiger Bonzo durchwegs gute Figur.
Die durch Dirk Kaftans Wechsel nach Augsburg gerissene, empfindliche Lücke schließt der 38-jährige Neuseeländer Tecwyn Evans. Der neue Erste Kapellmeister hat das Grazer Philharmonische Orchester sicher in der Hand und führt es zu dynamisch sorgfältig differenziertem Musizieren. Evans spart nicht mit Gefühlen, gleitet aber nie in Gefühligkeit ab, hält die Fermatenseligkeit in so engen Grenzen, dass er nie an die Kitschgrenze gerät. Der Kontakt zwischen Graben und Bühne funktioniert problemlos, die Sänger begleitet er feinfühlig, ohne ihnen zu große Freiheiten zu gewähren.
Christiane Lutz hat die schlüssige Inszenierung von Dietmar Pflegerl, die vor acht Jahren in Klagenfurt Premiere hatte und vor zwei Jahren nach Graz übersiedelte, im stilisierten Bühnenbild von Bernd-Dieter Müller so liebevoll wiederbelebt, dass dieser einzigen Wiederaufnahme in der ersten Spielzeit der neuen Intendantin Elisabeth Sobotka ein durchschlagender Erfolg beschieden war.

















