Wirbel um versteckte Kamera bei Magna
Riesige Aufregung unter Mitarbeitern im Werk von Magna Steyr in Graz. In einer Uhr war eine Minikamera versteckt. Wer sie montiert hat, will noch niemand wissen.

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauEine Minikamera wurde bei Magna entdeckt
Da machte er aber große Augen, ein Mitarbeiter bei Magna Steyr in Graz, genauer gesagt in der Lackierlinie. Als er eine falsch gehende Uhr nachjustieren wollte, blickte er in das Objektiv einer Minikamera. Ob es von dem Mann gute Bilder gibt, ist nicht erwiesen.
Die Entdeckung machte sofort die Runde im Werk. Magna beschäftigt in Österreich 11.500 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte davon in Graz. "Was soll die Kamera?", fragte ein Arbeiter, nennen wir ihn Hans, und sagte im Gespräch mit der Kleinen Zeitung, "ich will gar nicht daran denken, dass man uns überwachen will."
Davon könne keine Rede sein, kommentiert Daniel Witzani, Magna-Sprecher, die Sachlage. "Ja, es wurde eine Uhr mit eingebauter Kamera in der Lackierlinie entdeckt", sagt Witzani, wer sie dort habe anbringen lassen, werde werksintern ermittelt: "Die Uhr ist abmontiert." Jedenfalls hätten die Verantwortlichen - Werksleitung, Personalabteilung, Spartenleiter - weder "Wissen von der Uhr gehabt noch eine Anordnung zur Montage erteilt".
Was ist es dann also? Es liege noch kein Ermittlungsergebnis der Werkssicherheit vor, möglicherweise, heißt es, könnte es um den Versuch von Werksspionage gehen. Aber das bei der Lackierlinie? In der Entwicklungsabteilung mit hoch geheimen Projekten machte so ein Versuch möglicherweise Sinn, aber wohl nicht über eher stümperhafte Technologie. Da müssten schon andere Kaliber ans Werk.
Und eigentlich habe die Kamera ihren Zweck, über den, wie gesagt, noch keiner wissen will, wozu er gut sein sollte, gar nicht erfüllen können, sagt man im Betriebsrat. Die Kamera, sie war auf der Ziffer 3 am Ziffernblatt montiert, habe über kein eingebautes Aufzeichnungssystem verfügt und sei zudem über keinen Stromkreis mit einem externen Aufzeichnungssystem verbunden gewesen. Der Arbeiter Hans meint, irgendwer müsse die Uhr besorgt haben, "an Geister glaube ich nicht".


















