Ein Bildungsplan für ganz Kleine
Kindergarten soll zur Bildungseinrichtung werden. In Graz wurden am Donnerstag erstmals die bundesweiten Standards dafür vorgestellt.

Foto © APABildung im Kindergarten
Vor einem Jahr wurde in der Steiermark der Gratiskindergarten eingeführt. Jetzt machen Kindergärten, Krippen und Horte einen weiteren Schritt: Am Donnerstag wurde in Graz erstmals in Österreich der bundesweite "Bildungsrahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen" präsentiert. Das ist kein Zufall, denn er wurde von Martina Grötschnig von der Fachabteilung 6E mit den anderen Bundesländern koordiniert.
Spielen im Vordegrund
"Kindergarten ist Bildung", sagte Landesrätin Bettina Vollath dazu. Auch wenn das Spielen weiter im Vordergrund stehen soll. Ab Oktober wird der Rahmenplan in der Steiermark eingeführt. Folgende - österreichweit einheitliche - Anforderungen an die Pädagoginnen stehen dabei im Mittelpunkt:
Emotionen und soziale Beziehungen. Die Identität des Kindes soll von den Pädagoginnen gestützt und gefördert werden. In einem vertrauensvollen Umfeld sollen sie lernen, Beziehungen aufzubauen und Konflikte auszutragen.
Ethik und Gesellschaft. Kinder sollen im Kindergarten in der Auseinandersetzung mit der Umwelt Werte und unterschiedliche Wertesysteme erfahren. Kinder sollen kritisches Denken lernen.
Sprache und Kommunikation. Die Sprachfähigkeit wird von den Pädagoginnen gefördert. Der Erstsprache der Kinder kommt ein hoher Stellenwert zu. Denn auf sie baut der Erwerb der Zweitsprache auf. Auch Zeichen, Symbole. Schriften und Medienkompetenz werden vermittelt.
Bewegung und Gesundheit. Kinder sollen viele Anlässe zur Bewegung bekommen. Den Pädagoginnen kommt auch die Aufgabe zu, sie zur Bewegung zu motivieren. Das Gesundheitsbewusstsein soll gefördert werden.
Ästhetik und Gestaltung. Kinder erhalten Gelegenheit, sich mit Kunstwerken und Künstlern auseinanderzusetzen. Sie sollen auch lernen, sich durch kreatives Gestalten auszudrücken.
Natur und Technik. Methoden für wissenschaftliches Denken und Handeln sollen Kindern durch Experiment erproben. Dies geschieht in der Natur, mit technischem und mathematischem Verständnis. In der Steiermark werden mit dem Pilotprojekt "Forscherixa" 15 Betreuungseinrichtungen in Modellregionen im Bereich Naturwissenschaften und Technik unterstützt.
Features
Der neue Bildungsplan
Plan. Den "Bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen" hat das Charlotte-Bühler-Institut für praxisorientierte Kleinkindforschung in Wien erarbeitet.
Kein Lehrplan. Es soll kein Lehrplan sein, sondern die Arbeitsgrundlage für Kindergartenpädagoginnen. In Workshops und Informationsveranstaltungen wird ihnen der Plan nahe gebracht.
Im Mittelpunkt steht das Spielen. Eltern soll der Plan Orientierung sein, was an pädagogischer Qua- lität erwartet werden kann.
















