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Zuletzt aktualisiert: 03.09.2009 um 12:26 UhrKommentare

Mess-Sensoren für Organe während der OP

Entwicklung Grazer Forscher: Sauerstoff kann während Operation am offenen Herzen kontinuierlich und direkt im Gewebe gemessen werden.

Eine neue, in Graz entwickelte Sauerstoff-Messtechnik während Operationen am offenen Herzen bringt ein Novum in den medizinischen Bereich: Erstmals können O2-, CO2- und pH-Werte direkt in den Organen gemessen und damit kontinuierlich der Zustand eines Patienten während des Eingriffs verfolgt werden. Das Forschungsprojekt "Multi Med Sense" der Joanneum Research in Kooperation mit der Medizinischen Universität Graz soll auch den Beweis erbringen, dass die sogenannte "Resting Heart"-Methode eine schnellere Genesung bietet, als die Verwendung einer gewöhnlichen Herz-Lungen-Maschine.

Herzchirurgie

Igor Knez, Leiter der klinischen Abteilung für Herzchirurgie, und Volker Ribitsch vom Joanneum Research erklärten bei der Pressekonferenz am Donnerstag, dass bei dem Pilotprojekt während der Operationen am offenen Herzen Sensoren mit Glasfaserkabel von nur 0,4 Millimeter Durchmesser in Hirn, Leber und Herz von Tieren eingeführt wurden. So konnten Sauerstoff, Kohlenstoff und pH-Wert direkt im Gewebe kontinuierlich während des gesamten Eingriffs gemessen werden. "Das war bis dato nicht möglich," so Knez.

Minderversorgungen könnten mit dem "Multi Med Sense" sofort festgestellt und behandelt werden, erklärten die Forscher. Ärzte müssen nicht erst warten, bis der gesamte Organismus reagiert, weil die Werte bereits im Blut bereits schlecht sind: Im Verdachtsfall können die Sensoren direkt in Körperhöhlen eingeführt und die Sauerstoffversorgung an bestimmtem Gewebe festgestellt werden. Bisher hätten Versuche an Tieren "völlig unglaubliche Ergebnisse" gebracht, schwärmte Knez. Die neue Messmethode sei in seinen Augen "deutlich überlegen" und bringe der Medizin einen wesentlichen Fortschritt.

Mit der neuen Technik lasse sich außerdem beweisen, dass die minimal invasive extrakorporale Zirkulation (Resting Heart) vor allem für Patienten im Kindesalter Vorteile gegenüber der konventionellen extrakorporalen Zirkulation (Herz-Lungen-Maschine) hat: Während bei letzterer rund zwei Liter externe Flüssigkeit dem Körper zugeführt werden müssen, um das System zum Laufen zu bringen, ist bei der "Resting Heart"-Methode nur rund ein halber Liter notwendig. Die Patienten fühlen sich schon am ersten Tag nach der Operation wohler als jene, die an eine gewöhnliche Herz-Lungen-Maschine angeschlossen waren. Ziel der bereits fixierten Fortsetzung der Forschung sei es, die Vorteile der minimal invasiven Methode auch für Kinder unter 15 Kilogramm Körpergewicht zu beweisen.


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