Sollte Gewalttat vertuscht werden?
Nachdem in der Grazer Justizanstalt Karlau ein Beamter schwer verletzt wurde, schlagen die Wogen hoch.

Foto © APAIn der Grazer Karlau kam es zu einem gewaltsamen Streit
Ein 59-jähriger mehrfacher Gewalttäter fing an zu randalieren. Er drehte regelrecht durch. Mehrere Justizwachebeamter mussten zupacken, um den tobenden Mann überwältigen zu können. Dabei wurde einer von ihnen schwer verletzt. Ein 42-jähriger Gruppeninspektor musste im Krankenhaus versorgt werden. Danach war er tagelang im Krankenstand.
Zündstoff
Soweit so gut, ein Vorfall, wie er in einem Gefängnis immer wieder vorkommt. Doch dieser Fall sorgt unter der Kollegenschaft der Justizwachebeamten für Zündstoff. Der Grund ist: Der Vorfall ereignete sich bereits am 31. Juli dieses Jahres. Doch die Staatsanwaltschaft erfuhr erst 18 Tage später davon, nachdem der verletzte Beamte angeblich über seinen Anwalt Druck gemacht haben soll. Das wird zumindest unter der Kollegenschaft kolportiert.
Die Gefängnisleitung habe den schwerwiegenden Vorfall vertuschen wollen, munkelt man in der Justizanstalt. "Schon bei der geringsten Anschuldigung eines Häftlings wird gegen den betroffenen Justizwachebeamten die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und ein Verfahren eingeleitet", behauptet ein Beamter. "Umgekehrt ist das nicht der Fall nicht, wie man sieht."
Der betroffene Chefinspektor will dazu keine Auskunft geben. Er beruft sich auf die Amtsverschwiegenheit. Nur soviel bestätigt er: "Ja, natürlich wurde ich schwer verletzt." Major Gerhard Derler weist den Vertuschungsvorwurf zurück. Man habe erst intern Untersuchungen anstellen müssen. Diese hätten sich hingezogen, schließlich habe sich um einen "problematischen Häftling" gehandelt. Faktum ist: Anzeige wurde bei der Staatsanwaltschaft erst am 18. August erstattet, wie Pressesprecher Manfred Kammerer der Kleinen Zeitung bestätigte.
















