Grosz kämpft um das Überleben von BZÖ
Dank Grosz hat BZÖ Landtags-Chancen.

Foto © APAMit Fleiß und Strategie versucht Grosz zu punkten
Bevor sich das BZÖ im nächsten Jahr der Herausforderung "Landtagswahl" stellen kann, wartet eine delikate Hürde: Bei den Gemeinderatswahlen im Frühjahr muss die Kleinpartei ein breitflächiges Lebenszeichen geben. Dabei geht es zunächst nicht um Wähler, sondern darum, in kleinen Orten überhaupt eine Kandidatur zustande zu bringen. In zumindest 300 der 543 Gemeinden will Bündnis-Chef Gerald Grosz dies schaffen - bei insgesamt nur 1000 Mitgliedern, die die Landespartei (angeblich) hat, keine leichte Aufgabe.
Das größte Plus des hart an der Wahrnehmungsgrenze dahingrundelnden BZÖ ist sicherlich Grosz selbst. Der von Gegnern oft unterschätzte Jung-Parteichef ist strategisch und taktisch ein Talent, und fleißig ist er auch noch. Zuletzt hat er im Grazer Gemeinderat einen FPÖ-Mandatar abgeworben und seine Fraktion damit in die Lage versetzt, fallweise über Mehrheiten rechts der Mitte zu entscheiden.
Seine scharfe Zunge kann Grosz zwar nicht im Zaum halten, aber auch das ist aus seiner Sicht kein Nachteil. Damit sichert der Hansdampf in allen Gassen, der sowohl im Nationalrat als auch im Grazer Gemeinderat sitzt, seiner Gruppierung eine oft überproportionale Aufmerksamkeit. Der ständig aggressive Grundton könnte ihm freilich noch einmal auf den Kopf fallen.
Dass Grosz selbst der sagenumwobene und noch geheim gehaltene Spitzenkandidat seiner Partei im Landtagswahlkampf sein wird, darf angenommen werden. Die Personaldecke ist dünn. Punktuelle Spannungen im Führungskreis, etwa zum Oststeirer Harald Fischl, dürfte Grosz im Griff haben. Nimmt man die letzten Wahlergebnisse, dann bestehen durchaus Chancen auf einen Stimmenanteil zwischen fünf und acht Prozent und damit Einzug in die Landstube. Um zweistellig zu werden, müsste freilich die ÖVP massiv ablegen, die aber nach der Niederlage von 2005 nicht mehr viel zu verlieren hat. Viel wird davon abhängen, ob es das BZÖ schafft, endlich auch in der Obersteiermark stärker Fuß zu fassen.
Features
Fakten
Zur PersonGerald Grosz, geb. 15.2. 1977
Karriere: FP-Gemeinderat in Graz, vorher in Deutschlandsberg, seit 2005 BZÖ-Landeschef, 2006 bis 2008 BZÖ-Generalsekretär, Nationalratsabgeordneter seit 2008
















