Sexistische Werbesujets: Frauenbeauftrage schlagen Alarm
Die Frauenbeauftragten schlagen Alarm ob der sexistischen Werbesujets auf Plakaten. Die verantwortliche Firma spricht aber von Doppelmoral.

Foto © Gerald WinterIn Graz wurde bereits vor längerer Zeit eine Watchgroup gegründet, um Sexismus in Werbung aufzuzeigen
Das ist keine Frage des Geschmacks. Hier geht es um die Würde der Frau." Die Position von Frauenstadträtin Elke Edlinger gegenüber jenen Sex-Hotline-Plakaten, die derzeit in Graz zu sehen sind, könnte klarer nicht sein. "Frauen werden als Ware dargestellt." Ein unzumutbarer Zustand, für dessen Aufhebung es aber keine rechtliche Grundlage gibt. "Sexismus in der Werbung ist nicht verboten", informiert sie. Man könne nur an die Verantwortlichen appellieren.
"Aber es sollte verboten werden", verdeutlicht die Grazer Frauenbeauftragte Maggie Jansenberger ihr Anliegen. "Ich habe auch viele Anrufe bekommen - auch von Männern- , in welchem die Stadt aufgefordert wird, diese Plakate zu entfernen."
Tatsächlich ist man auch im Büro von Bürgermeister Siegfried Nagl nicht erfreut über die Plakate. Aber: "Sie sind auf genehmigten Flächen angebracht." Man werde Hannes Kartnig - dessen Werbefirma für die Plakate verantwortlich ist - aufmerksam machen, sich von solchen Sujets künftig zu distanzieren. Mehr könne man nicht machen.
Doch Kartnig selbst nennt das schlicht Doppelmoral. "Die Firma Ankünder, die zum Großteil im Besitz der Stadt ist, hat selbst Plakate für die Venus vertrieben." Die Aufregung um die Hotline-Plakate empfindet er schlicht als Wichtigtuerei.
Edlinger will allerdings nicht aufgeben. "Heute habe ich im Vorbeifahren eine Tafel gesehen, die vor einem Bordell neue Mädchen wie Gulasch anpreist." Es könne nicht sein, dass so etwas als völlig normal erlebt wird.
















