Demonstration zum vierten Jahrestag des Andritzer-Hochwassers
Am vierten Jahrestag des Hochwassers gehen die Andritzer auf die Straße und fordern die längst fällige Umsetzung der damaligen Versprechen.

Foto © PrivatDie Peneff-Gründe am 21. August 2005
"Nie mehr wieder!" Das haben sich die Andritzer, die in der Nähe des Schöcklbachs auf Höhe der Peneff-Gründe leben, schon beim Hochwasser vor vier Jahren gedacht. Doch wieder bahnten sich die Wassermassen den Weg in die Häuser. Vor nicht ganz einem Monat, am 18. Juli. An der gleichen Stelle und mit denselben Auswirkungen. "Versprochen wurde uns in den vergangenen vier Jahren so einiges", reicht es dem Bewohner Horst Jörg schon lange. "Passiert ist nichts und deswegen wird heute um 14 Uhr auf dem Andritzer Hauptplatz demonstriert."
Mit Transparenten wollen die mittlerweile zweifach Geschädigten erneut auf ihre Situation aufmerksam machen. "Wir lassen uns nicht mehr mit politischen Parolen abspeisen, wir wollen Handlungen sehen", so Jörg.
Begonnen habe die ganze Misere vor gut zehn Jahren. "Die Peneff-Gründe wurden damals aufgrund der Grazer Bächestudie als rotes Gebiet eingestuft", erinnert sich Erich Cagran, Sprecher der Bürgerinitiative. Doch trotz des eigentlich daraus resultierenden Bauverbots wurde die Siedlung im Überflutungsgebiet gebaut. "Dabei wurde außerdem die Schöcklbach-Oberkante abgesenkt und ein Abflusskanal rund um die Peneff-Siedlung errichtet", so Cagran weiter. Das Resultat: Die Siedlung selbst bleibt bei einer Überflutung trocken - die Wassermassen fließen zu den dahinter liegenden Häusern weiter. "In einem Gespräch im Rathaus wurde erklärt, dass das auch so beabsichtigt sei", kann sich Cagran vor Ärger kaum halten. "Das muss man sich vorstellen. Die Stadt lässt uns bewusst absaufen."
Ausbau bis Ende 2007
Ebenfalls für Unmut sorgen die Aussagen nach dem Hochwasser am 21. August 2005. Im Rahmen des Sachprogramms Grazer Bäche 2006 wurde sinngemäß verlautbart, dass der Ausbau des Schöcklbachs höchste Priorität habe. Ein Abschluss der Bauvorhaben wurde bis zum Jahresende 2007 in Aussicht gestellt. "Ein Deja-vu der aktuellen Versprechungen, nur mit anderen Jahreszahlen", befürchtet Jörg erneut große Wahlversprechen, die am Ende des kommenden Jahres wieder in den Schubladen der Politiker verschwinden könnten.
Mit Transparenten und Megafon fordert er heute deshalb gemeinsam mit den Geschädigten ein Vorantreiben der Baumaßnahmen und finanzielle Entschädigung vonseiten der Politik.















