Berliner deckte die "Bosse" mit Anzeigen ein
Ein Deutscher warnt die Teilnehmer per Internet.

Foto © APA
Einer der erbittertsten Widersacher der "Seminar-Keiler" ist Zdenek Wagner aus Berlin, der die Aktivitäten der Drahtzieher seit dem Jahr 1996 verfolgt. "Durch den Verkauf eines Bildes lernte ich einen der Bosse kennen, der mir von einem Erfolgsprojekt in Polen mit mehr als 100.000 Teilnehmern erzählte. Weil ich aus Tschechien stamme, schlug mir der Mann vor, dass ich dort die rechtliche Belange kläre", schildert Wagner. Er beauftragte eine tschechische Anwaltskanzlei, die ihm aber erklärte, dass es sich um ein verbotenes Pyramidenspiel handle. "Vorher sah ich mich schon als Millionär. Dann saß ich auf 15.000 DM Vorlaufkosten, die mir niemand ersetzen wollte." Wagner bekam dieses Geld bis heute nicht ersetzt. Er war sogar schon nahe dran, seinen Feldzug gegen die "Seminar-Keiler" aufzugeben, als er 2008 Besuch in seiner Wohnung bekam.
"Man schickte mir einen osteuropäischen Schläger, der mich mit einem gusseisernen Pistolengriff niederstreckte. Es bleiben Gesundheitseinschränkungen zurück", berichtet der Berliner. Ein Anwalt, der die Gegenseite vertritt, deckt Wagner seither mit Klagen und einstweiligen Verfügungen ein. Grund: Wagner warnt im Internet vor den Praktiken dieser Organisation, die derzeit in Österreich sehr aktiv ist. "Man versucht, mich mundtod zu machen", glaubt der Mann.
Sämtliches Material, das er teils von Insidern bekommen hat, wurde der Staatsanwaltschaft Graz und der Kriminalpolizei zur Verfügung gestellt. "Ich habe auch Anzeige beim Bundeskriminalamt Wien gemacht und einen Brief an Ministerin Claudia Bandion-Ortner geschrieben."
















