Steirer hamstern 100-Watt-Birnen
Der Handel mit den 100-Watt-Glühbirnen blüht wie nie. Doch in wenigen Monaten ist damit Schluss, verordnet die EU. Bis Oktober werden die letzten Lager leer gekauft sein.

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Manfred Ackerl ist eigentlich ein "Fachberater Elektro", doch zur Zeit sieht sich der Baumax-Mitarbeiter ausschließlich als Berater für Glühbirnenkäufer. Alles, was Kunden im Baumarkt oder am Telefon derzeit wissen wollen, dreht sich um das Aus bzw. um den Ersatz für die herkömmlichen 100-Watt-Birnen. Sie dürfen von den Händlern ab 1. September nicht mehr eingekauft werden. Nur die Bestände, die dann noch im Lager sind, gehen in den Verkauf.
"Bis Mitte Oktober", schätzt Lydia Ackerl, stellvertretende Marktleiterin in Graz, , "werden die Vorräte verkauft sein." Landauf, landab hamstern Steirer munter die Energie fressenden und deshalb von der EU aufs Abstellgleis beförderten Lichtspender. "Wir haben im heurigen Jahr bereits so viele Glühbirnen verkauft wie in den vergangenen drei Jahren zusammen", bestätigt Werner Raunacher, Inhaber des Elektroladens auf dem Grazer Franziskanerplatz. Ackerl versteht's - und wundert sich trotzdem: "Manche kaufen so viele Glühbirnen, die können sie in ihrem Leben nicht verbrauchen."
Mit den Energiesparlampen werden viele nicht warm; zu künstlich sei ihr Licht, kritisiert unter anderem Michael Gärtner, Vorsitzender des Zentralverbandes Europäischer Designkultur, der das Verbot der klassischen Glühbirne als ästhetisches Unglück sieht. Den Konsumenten, die dennoch auf die umweltfreundlichere Variante umsteigen wollen, drängen sich indes viele Fragen auf, etwa, welche Sparlampe sie überhaupt kaufen sollen. Denn beim Preis, der Qualität und der Funktion gibt es große Unterschiede.
Beratung beim Kauf
"Kunden sollten unbedingt sagen, wofür sie die Energiesparlampe brauchen", rät Raunacher. Ob ein Licht häufig an- und ausgeschaltet wird, ist zum Beispiel ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl. "Im Augenblick ist die Situation für viele Konsumenten unübersichtlich."
Als Alternative bieten sich die Ersatzglühbirnen auf Halogenbasis an, die in der Anschaffung zwar etwas teurer sind, aber rund ein Drittel weniger Energie verbrauchen. In einigen Jahren wird sie die EU wegen mangelnder Energieeffizienz zwar ebenfalls vom Markt nehmen. Doch bis dahin rechnet Fachmann Ackerl damit, dass die Hersteller die Energiesparlampen und die LED-Leuchten stark verbessert haben.
Großverbraucher wie das Land Steiermark oder das Landesmuseum Joanneum bringt das Ende der 100-Watt-Glühbirne übrigens nicht ins Schwitzen. Sie verzichten auf Hamsterkäufe und haben bereits den Energie sparenden Weg eingeschlagen.
Händler Raunacher sieht den rasanten Absatz seiner 100-Watt-Birnen übrigens nicht nur positiv: "Bis zum Herbst sind alle eingedeckt. Nächstes Jahr verkaufen wir viel weniger Lampen."
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Ab 1. September dürfen Glühbirnen ab 100 Watt Leistung wie alle Birnen aus mattem Glas nicht mehr verkauft werden.
Die restlichen Glühbirnen will die EU bis 2012 schrittweise verbieten. Dann werden sie endgültig durch Energiesparlampen ersetzt.


















