Wettstreit um Grazer Pflegeheim
Wer baut sein Pflegeheim zuerst? Stadt Graz und die private Kräutergarten-Gruppe liefern sich ein Wettrennen darum, wer in Andritz die Betreuungslücke füllt.

Foto © APAÖffentlich oder privat? In Andritz findet ein Wettlauf um ein neues Pfegeheim statt
Der Pflege-Markt ist heiß umkämpft. Es sind mehrere Millionen Euro, die FPÖ-Stadtrat Mario Eustacchio in neue Pflegeheime investieren will. Vor allem auch deswegen, um das gewaltige Ungleichgewicht zwischen privaten und öffentlichen Heimen umzudrehen - in Graz werden von 1876 Pflegebetten satte 85 Prozent von Privaten betrieben.
Nun könnte Eustacchio aber gleich beim ersten Anlauf im Kampf gegen die Privaten den Kürzeren ziehen. Seit Ende April klafft in Andritz ja eine Betreuungslücke - damals wurde das Pflegeheim "Marianne" mit 100 Plätzen nach gewaltigen Missständen von der Behörde geschlossen. Eustacchio hat angekündigt, über das Geriatrische Gesundheitszentrum in Andritz aktiv zu werden und ein neues Heim hinzustellen.
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst
Allein: Harald Fischl mit seiner privaten Kräutergarten-Gruppe könnte die Stadt ausbremsen. "Ja, wir haben schon ein Projekt für 100 Plätze eingereicht", bestätigt Gerhard Liebmann von Kräutergarten. Nachsatz: "Es kann zwar überall in Graz stehen, aber Andritz bietet sich an."
Und wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Denn das Land vergibt eine bestimmte Anzahl an Betten-Kontingenten - wenn die verbraucht sind, ist der Markt zu. Auch Stadtrat Eustacchio weiß von den privaten Plänen. "Unser Problem ist: Wir haben nicht die Flexibilität und Schnelligkeit wie ein Privater. Fischl hat ja einen Fonds hinter sich und kann schnell große Investitionssummen aufstellen. Unsere Abläufe im Rathaus dauern einfach."
Dennoch will er die Flinte nicht ins Korn werfen: "Wir sind weiter dran und werden Dampf machen."
















