Stau und Ärger wie schon lange nicht
Der Krise zum Trotz: Auf den Grazer Straßen und Plätzen wird gegraben und gebaut, wie seit Jahren nicht mehr. Die "Wühlmäuse" lassen viele Grazer stöhnen.

Foto © KLZ Digital/Erwin ScheriauAbgesperrte Haltestellen sorgen für Verwirrung bei Fahrgästen am Jakominiplatz
Autofahrten im Bereich Leonhardstraße, Riessstraße und Riesplatz können derzeit zu einem Spießrutenlauf ausarten und so manchen weniger ortskundigen Lenker zur Verzweiflung treiben. Mobilitätsärger dürfen aber auch die Fußgänger, Radler und Benützer der öffentlichen Verkehrsmittel auskosten. Und Geschäftsleute klagen über Kundenschwund. Die Grabungsfestspiele präsentieren sich im heurigen Sommer mit einer besonderen Qualität.
Nichts geht mehr - um diese Erfahrung reicher findet sich so mancher Autofahrer im Bezirk St. Leonhard wieder. Die Totalsperre der Leonhardstraße wegen der Schienenbauarbeiten hat es in sich. Und auch der Stau rund um den Riesplatz kann sich zu Spitzenzeiten sehen lassen. "Es nervt unglaublich. Zumindestens sind die lauten Bohrarbeiten vorbei", schnauft ein Anrainer.
Besonders hart trifft es die Geschäftsleute. "Obwohl wir von Stammpublikum leben und nicht direkt neben der Baustelle liegen, haben wir gut ein Viertel unserer Gäste verloren", bilanziert Christian Linhart vom Cafe Sonnenstrasse. Tribeka-Chef Harry Fischer hat seine Filiale in der Leonhardstraße gleich bis 7. September geschlossen: "Wir sind ja von Baustellen umzingelt, wer will schon in so einer Umgebung einen Kaffee trinken." Auch die gegenüberliegende Spar-Filiale meldet einen Kundenrückgang.
Chaos am Jakominiplatz
Etwas unvermittelt haben sich die GVB auch den ÖV-Knoten Jakominiplatz baumäßig zur Brust genommen. Hier werden ja für die neuen, breiteren Straßenbahnen die Randleisten verlegt und
ein neues Blindenleitsystem eingebaut. Klagen über Hürden beim Ein- und Aussteigen häufen sich. "Wir schauen schon darauf, dass jeweils eine Haltefläche frei gehalten wird", erklärt GVB-Bauleiter Gottfried Perl, der verspricht, dass bis Schulbeginn alles fertig sein wird, sowohl der Jakominiplatz als auch die übrigen Gleisbaustellen.
Alle Jahre wieder - das schießt vielen Autofahrern, vor allem zahlreichen Pendlern aus der Weststeiermark, angesichts der neuerlichen Totalsperre der Steinbergstraße ein. Die viele Kilometer langen Umfahrungen kosten Zeit und tragen "sicher nicht zur Entlastung der Umwelt bei", wie unsere Leserin Karin Fuchs aus Mantscha meint.
Angesichts der vielen Baustellen fällt die Reaktion des Verkehrsreferenten der WK Graz, Christian Turcsan, moderat aus: "Es hat saftige Beschwerden vor allem aus St. Leonhard gegeben. Auf unlösbare Probleme sind wir aber nicht gestoßen."
Features
Zum Thema
Buastellen-Kalender
Die Gleisbauarbeiten der GVB in der Leonhardstraße (Bild), am Riesplatz und in Eggenberg (Eggenberger Allee, Eckert- und Karl-Morre-Straße) sollten mit Ferienende abgeschlossen sein.
Jakominiplatz: Auch hier wollen die GVB mit den Umbauten bis Schulbeginn fertig sein.
Linie 1/Mariatrost: Etwas Sorgen bereitet die Errichtung einer neuen Brücke an der Tramlinie 1 in St. Johann im Mariatrostertal. Aufgrund von Hochwasser ist man ein wenig im Verzug. Bis Ferienende sollte trotzdem alles erledigt sein.
Steinbergstraße: Die Totalsperre aufgrund der Straßensanierung zwischen Einöd- und Thalerseestraße ist voraussichtlich noch bis 4. September aufrecht.
Triesterstraße: Die Fahrbahnsanierung zwischen der Tändelwiese und der südlichen Ausfahrt der Vinzenz-Muchitsch-Straße ist für die Zeit vom 17. bis 29. August terminisiert.
Elisabethstraße: Im Herbst, nach Abschluss der Schienenbaustelle Riesstraße, wird zwischen Glacisstraße und Merangasse die Fahrbahn stadtauswärts saniert.
















