Causa Muratovic: Geldstrafe - dann muss wieder Ruhe sein
Die Verbalattacken von Samir Muratovic gegen Trainer Franco Foda haben Konsequenzen. Nach dem Spiel gegen Wr. Neustadt soll das Thema aber erledigt sein.

Foto © GEPASamir Muratovic
Hastig eilte Samir Muratovic nach dem Training zu seinem Auto und raste davon. Ein Fernseh-Interview lehnte er ab. "Ich hab' schon alles gesagt", antwortete der 33-Jährige auf die Frage, ob es mit dem Trainer eine Aussprache gegeben hat. Franco Foda war um Deeskalation bemüht und sagt: "Ich will keine öffentliche Diskussion. Ich habe eine Ansprache gehalten. Es gibt Regeln, an die sich alle Spieler zu halten haben. Mehr habe ich nicht zu sagen." In der Kabine soll es vor versammelter Mannschaft zu einem heftigen Verbalduell zwischen Foda und Muratovic gekommen sein, in dem es auch sehr persönlich wurde.
Positives Signal
Trotz aller Differenzen haben sich die Fronten der beiden Protagonisten nicht verhärtet. Foda bleibt auf "Kuschelkurs": "Ich mag den Menschen Muratovic nach wie vor. Ich weiß, wie Spieler ticken, und verstehe gewisse Emotionen. Ich war selbst kein einfacher Spieler." Nur müsse alles im Rahmen bleiben. "Und das ist es nicht", sagt Manager Oliver Kreuzer: "Es ist ein positives Signal, wenn ein Spieler sauer ist, weil er nicht zum Einsatz kommt. Es geht aber nicht, dass der Cheftrainer in der Öffentlichkeit kritisiert wird. Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Die Aussagen waren zu deftig. Muratovic hat sich in der Wortwahl vergriffen."
Sanktionen
Muratovic muss mit Sanktionen rechnen. Kreuzer: "Es wird sicher eine Geldstrafe geben. Die Höhe habe ich noch nicht festgesetzt." Mit der Geldbuße ist das Thema dann fast erledigt - sowohl für Foda ("Ich bin nicht nachtragend"), als auch für Kreuzer ("Es wird nichts hängen bleiben"). Fast deshalb, weil Foda noch überlegt, was er mit dem Bosnier an diesem Wochenende macht. Ein Einsatz von Muratovic beim Bundesliga-Auftakt (19.30 Uhr) für Sturm gegen Aufsteiger Wiener Neustadt ist eher unwahrscheinlich.
Muratovic' Aussagen haben auch Sturm-Präsident Hans Rinner die Zornesröte ins Gesicht getrieben: "Zuerst werde ich mit Muratovic ein Vier-Augen-Gespräch führen und dann mit der gesamten Mannschaft reden. Seit dem Neustart haben wir erstmals einen Kader, in dem es keine Fixleiberl gibt. Ich erwarte mir, dass sich alle diesem Wettbewerb stellen. Egal, ob sie 13, 23 oder 33 Jahre alt sind", poltert Rinner. Wann es die präsidiale Rede geben wird, steht noch nicht fest. Rinner musste wegen Kreuzproblemen kürzlich mit Infusionen behandelt werden.













