"Pädagogischer Irrsinn" in Grazer Kindergarten
Die Turbulenzen in Gabis Privatkindergarten gehen weiter: Mittwoch wurden wieder zwei Pädagogen fristlos gekündigt.

Foto © APA/SujetKinder brauchen im Kindergarten Stabilität
Es waren schockierende Vorfälle, die sich im Kindergarten in der Körösistraße 3 abgespielt haben. Mitarbeiter und Eltern berichteten unter anderem von gestohlenem Geld, zerschnittenen Telefonkabeln und Steinen, die auf die Kinder geworfen wurden. Der grausige Höhepunkt: ein massakriertes Meerschweinchen. Neben diesen - offiziell noch immer nicht geklärten - Vorfällen gerät auch die Personalpolitik in Gabis Kindergarten in die Kritik.
Am Mittwoch erhielten wieder zwei Pädagoginnen die fristlose Kündigung. Damit ist binnen eines halben Jahres das gesamte Team ausgetauscht - wieder einmal. "Mir wird betriebsschädigendes Verhalten vorgeworfen, was ein völliger Blödsinn ist", klagt eine der Betroffenen, die aus Angst aber anonym bleiben möchte. "Wir mussten uns von den Kindern von der einen auf die andere Sekunde verabschieden - die haben geweint und einfach nicht verstanden, dass wir weg müssen. Das ist ja ein pädagogischer Irrsinn. Der Kindergarten sollte ein Ort der Stabilität sein, aber das geht hier schon seit Jahren so."
Land novelliert Gesetz
Das weiß man auch bei der Aufsichtbehörde beim Land. Amtsleiterin Roswitha Preininger sagt: "Wir beobachten die permanente Personalfluktuation sehr kritisch, müssen sie derzeit aber zur Kenntnis nehmen, weil der Personalschlüssel eingehalten wird." Der FPÖ-Gemeinderätin Ingrid Benedik, bei der sich besorgte Eltern gemeldet haben, ist das zu wenig. "Das Land agiert zu lasch, es ändert sich ja nichts."
Nun reagiert aber die Behörde. Das Gesetz, auf dessen Basis die Förderungen ausbezahlt werden, soll novelliert werden. "Derzeit können wir uns nur am Personalschlüssel orientieren, künftig soll es bei Kündigungen eine angemessene Verabschiedungsphase geben, die pädagogisch vertretbar ist", so Preininger.
Seitdem Anfang Juli die Vorfälle publik wurden, hat das Land auf Wunsch der Eltern von den insgesamt 53 Kindern für 34 einen neuen Betreuungsplatz gefunden. Die Betreiberin von Gabis Kindergarten war trotz mehrfacher, wochenlanger Versuche seitens der Kleinen Zeitung zu einer Stellungnahme nicht bereit. Der Kindergarten wird privat geführt, die Betreiberin erhält aber vom Land eine Personalförderung und von der Stadt eine normale Gruppenförderung.

















