Sensation für Vogelkundler: Schwarzstorch beehrt Graz
Sensation für Vogelkundler: Schwarzstorch nun als Grazer "Sommergast" gesichtet. Scheuer Waldvogel ist sehr selten.

Foto © Leser-Reporterin Barbara Malle
Es ist eine größere Sensation, ist sich Hartwig Pfeifhofer von Birdlife Österreich sicher. In den letzten Jahren haben sich nämlich einige Schwarzstorchpaare ausgerechnet die Umgebung von Graz als ihr Sommerdomizil ausgesucht. Diese scheuen Sommergäste bekommen die Grazer zwar selten zu Gesicht, dennoch haben zwei bis drei Brutpaare in den Wäldern am östlichen Stadtrand von Graz ihre zurückgezogenen Nistplätze aufgeschlagen.
"Anders als sein Verwandter, der etwas größere Weißstorch, der wenig scheu auf Schornsteinen nistet, zieht der Schwarzstorch die Zurückgezogenheit der Wälder vor. Dort haben die Paare auf großen Bäumen ihr Nest", erzählt Pfeifhofer.
Schwarzstörche im Grazer Osten
Pfeifhofer beobachtet bereits seit 1993 regelmäßig Schwarzstörche im Grazer Osten. Doch auch am Hilmteich wurden schon Exemplare gesehen, was verwundert, weil der Vogel sonst große, geschlossene Wälder bevorzugt. Ihre Nahrung finden die Schwarzstörche (Ciconia nigra) vor allem in Bächen.
Dass der Zugvogel, der gemeinsam mit seinem weißen Kollegen im Herbst in die südliche Sahara zieht, um dort den Winter zu verbringen, in Mitteleuropa seine Sommer verbringt, sei eine neuere Entwicklung, sagt Pfeifhofer. Im 19. Jahrhundert bei uns unbekannt, steigt seit Mitte der 1970er-Jahre ihre Population in der Steiermark: Wurden 1975 erst vier Paare bei uns ausgemacht, sind es mittlerweile bereits 30 bis 35 Paare.

















