Wieder Panne bei Med-Uni-Test: Viele zittern um Studienplatz
Testteile wurden falsch korrigiert. Nun muss neu ausgewertet werden.
Quelle © vizerektor_reibnegger.jpg | Foto: Johann Steinegger Auswertungsfehler bei Aufnahmetest
Das große Zittern um die begehrten 360 Studienplätze an der Medizin-Universität Graz hat noch kein Ende. Nach der Veröffentlichung der provisorischen Ergebnisse des Auswahlverfahrens für künftige Human- und Zahnmediziner am vergangenen Freitag, wurde die erste Reihung am Montag wieder eingezogen. Der Grund: Bei der Teilprüfung "Textverständnis" wurde mit einem falschen Auswertungsschlüssel korrigiert. Jetzt werden die Antwortbögen nochmals überarbeitet und die Reihung revidiert.
Vize-Rekor Reibnegger:
"Als ich das Ergebnis meines Tests sah, dachte ich sofort, dass etwas nicht stimmt", berichtet eine betroffene Kandidatin, die sich gestern bei der Kleinen Zeitung meldete und nicht genannt werden will. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich bei ,Textverständnis' so schlecht abgeschnitten habe." Unmittelbar nach der Prüfung habe sie ihre Antworten mit einer Freundin verglichen. "Obwohl wir dieselben Lösungen haben, hat sie mehr Punkte", ist die 22-Jährige verwundert.
Die 1126 Kandidaten mussten in einer Stunde mehrere medizinische Fachtexte zuerst durchlesen und dann die richtigen Antwortkombinationen ankreuzen.
Vier Fragehefte
Weil vier Personen bei der Prüfung an einem Tisch sitzen, gibt es auch vier verschiedene Fragehefte. "Wir erstellen ein Basisheft. Die drei weiteren Hefte generiert der Computer, indem er die Fragen durchmischt", weiß Gilbert Reibnegger, Vizerektor für Studium und Lehre an der Med-Uni Graz. Das Hoppala passierte bei der Erstellung des Auswertungsschlüssels: "Den Code hatten wir nur für das Basisheft erstellt, nicht aber für die anderen drei", klärt er auf. Somit wurden 25 Prozent der Prüfungen mit dem korrekten, 75 mit dem falschen Schlüssel ausgewertet. "Wir bedauern den Vorfall sehr", betont er. Doch das war nicht die erste "Panne" beim Auswahlverfahren: Schon im Vorjahr gab es Probleme (siehe Infobox).
Bis 28. Juli soll die neue provisorische Liste publiziert werden. Am 12. August folgt dann die endgültige Reihung.
Bangen um Studienplatz
Wer bei der ersten Reihung bereits ganz vorne im Feld war, braucht keine Angst zu haben, so der Vizerektor. Anders sieht es für jene Kandidaten aus, die gerade noch bestanden haben: Sie müssen noch um ihren Studienplatz in Graz bangen.
Features
Fakten
Genau 1126 Bewerber traten am 3. Juli beim Aufnahmetest an.
Vergangenen Freitag wurde die provisorische Reihung veröffentlicht. 252 Bewerber aus Österreich, 67 aus EU-Ländern und 17 aus anderen Staaten erhalten einen Studienplatz.
Am Montag wurde die Liste aufgrund eines Fehlers in der Auswertung wieder eingezogen.
Nach einer erneuten Reihung haben die Kandidaten bis 3. August die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Am 12. August steht das Ergebnis fest.
2008 warf eine Studentin, die wegen einer fehlenden Urkunde nicht antreten durfte, der Med-Uni einen Verfahrensfehler vor.

















