"Parkplätze sind ein Wahnsinn"
Die LIG errichtet am Schwimmschulkai hinter dem Geh- und Radweg Parkplätze - genau dort, wo Vizebürgermeisterin Rücker unlängst das Parken abgestellt hat.
GERALD WINTER
So schnell kann sich der Spieß umdrehen. Normalerweise beschweren sich Anrainer, weil durch die neue Verkehrspolitik von Vizebürgermeisterin Lisa Rücker (Grüne) Parkflächen gestrichen werden. Nun beschwert sich Rücker selbst.
Grund für den Wirbel ist der Schwimmschulkai oberhalb der Keplerbrücke und des Elise-Steininger-Stegs. Im März hat Rücker dort das Parken zwischen den Bäumen und entlang des Geh- und Radweges abgestellt. "Der Murkai soll Radfahrern, Fußgängern und Läufern vorbehalten sein", so Rücker damals.
Die Aktion war mit dem Eigentümer, der Landesimmobiliengesellschaft LIG, abgesprochen. Nach einem Wechsel in der Geschäftsführung schaut die Sache aber anders aus. Die LIG hat nun eine alte Widmung mit Leben erfüllt und neue Parkplätze zwischen den Bäumen am Murufer errichtet. "Wir brauchen diese Parkplätze für unsere Mitarbeiter", sagt jetzt LIG-Geschäftsführer Werner Erhart-Schippek.
Rücker tobt: "Hier haben wir die höchste Radlerfrequenz. Das ist sicherheitstechnisch Wahnsinn." Erhart-Schippek gesteht ein, dass es nicht optimal ist, wenn Autos einen Geh- und Radweg kreuzen. "Aber der Verkehr wird sich auf die Früh und den späten Nachmittag beschränken. Außerdem haben wir alle Bewilligungen seitens der Stadt Graz."
Ein Punkt, der Rücker weiter auf die Palme bringt: "Den Stadtpark können wir aus rechtlichen Gründen nicht für Radfahrer öffnen, aber hier können legal an der Uferböschung Parkplätze errichtet werden. Das passt einfach nicht zusammen." Rechtlich hat sie keine Handhabe - die umstrittenen Parkplätze dürfen bleiben.
















