Kinder werfen Steine im Dienste der Wissenschaft
Kinder werfen Steine - im Dienste der Forschung. Wie man an der TU Graz die Ursachen von Parkschäden erforscht.
Das muss wohl ein Kind gewesen sein, dass da mit seinem Dreirad angefahren ist." Oder: "Da hat mich jemand beim Ausparken gestreift." Ausreden, die Erwachsene gerne benützen, wenn ihr Auto Dellen oder Kratzer zieren. Parkschäden also. Ausreden, für die die Hausrats- bzw. Teilkaskoversicherung haftet.
Was aber, wenn der Parkschaden in Wahrheit gar keiner ist? Albert Klose, Physiker und einer der ersten Absolventen des "Traffic Accident Research"-Lehrgangs der TU Graz kannte dieses Szenario aus seiner Praxis als Kfz-Sachverständiger - und fand darin ein Thema für seine Abschlussarbeit.
Eines der Ziele: Parameter zu finden, die Versicherungsmissbrauch entlarven. Die Frage "Wie sieht ein Schadensmuster aus?" stand am Anfang seiner Experimente, die er akribisch mit Lichtbildern und Videoaufnahmen dokumentiert hat.
Wie er vorgegangen ist? Praxisnah. Will heißen: Kinder warfen Steine auf Fahrzeuge und zerkratzten den Lack. "Es waren die ersten Tests, die Kinder für uns durchgeführt haben. Beispielsweise, um zu sehen, in welcher Stärke Kinder überhaupt am Lack kratzen können, wie die Flugrichtung der Steine aus ihrer Hand ist, und wo sie dazu stehen müssen, erklärt Klose
Eine weitere Frage: "Was für Schäden entstehen überhaupt, wenn zwei Autos zusammenfahren?" Dazu führte der Forscher 24 Steinschlag-Versuche an "älteren Wägen" durch: Autos fuhren zusammen und eine Zugmaschine schrammte Pkws.
Um seine Ergebnisse auch Kollegen zugänglich zu machen, wird er seine Arbeit in Sachverständiger-Fachzeitschriften veröffentlichen.















