Anastacia in Graz: Röhre mit Startproblemen
Pop-Bombe Anastacia gab in Graz das einzige Österreich-Konzert ihrer Europatour. Und musste sich dabei erst einmal 30 Minuten aufwärmen.

Foto © Philipp MüllerAnastacia beehrte Graz
Es war fast so, als hätte Anastacia kurz selbst vergessen, wer sie ist: Eine geschlagene halbe Stunde brauchte die US-Röhre am Dienstag, um Stimmung in die Grazer Messehalle B zu bringen. Bei den ersten Nummern wirkte sie kraftlos und stimmlich nicht auf der Höhe. Doch dann schlug, von einer Sekunde auf die andere, die volle Ladung Pop-Bombe ein. Und diese Explosion wird die Landeshauptstadt so schnell nicht vergessen.
Perfekte Inszenierung
Bei ihrem einzigen Österreich-Konzert lieferte die Sängerin nach den anfänglichen Startproblemen eine perfekt inszenierte Bühnenshow. Knapp bekleidete männliche Tänzer, eine sensationelle Live-Band und mitten drin eine ständig mit dem Publikum kokettierende Anastacia. Eine neue Seite entdeckte man an ihr nicht, aber das war auch in Ordnung. Das Publikum wollte ohnehin lieber die "alte" Anastacia sehen, die sich vor zehn Jahren mit getönter Brille auf der Nase frech an die Spitze grölte.
Dementsprechend hatte sie ihre größten Hits wie "One Day In Your Life" und "I'm Outta Love" ebenso im Gepäck wie die Nummern des aktuellen Albums "Heavy Rotation". Und als Draufgabe trug sie zeitweise tatsächlich die berühmte Brille und enthüllte nach zwei Kostümwechseln ihr berühmtes Tattoo am Rücken.
Der emotionalste Moment war ein Duett der 40-jährigen Sängerin mit ihrer Mutter Diane Hurley, einer Broadway-Schauspielerin. Wer bisher glaubte, die dreckige Stimme von Anastacia wäre einzigartig, wurde eines Besseren belehrt. "Mamastacia" klingt nämlich fast identisch wie ihre berühmte Tochter.
Rund 3000 Besucher
So gut die Stimmung während des Konzerts auch war, über eines konnte sie nicht hinwegtäuschen: Ein Publikumsmagnet ist Anastacia nicht mehr. Mit rund 3000 verkauften Karten war Graz zwar das bisher am besten verkaufte Konzert der gesamten Europatour, an ihre alten Erfolge kann sie aber nicht einmal mehr annähernd anknüpfen. Spricht man sie auf dieses Thema an, heißt es nur ganz diplomatisch: "Ich persönlich genieße die intimere Atmosphäre bei meinen Auftritten."

















