Nagls rechter Trumpf
Rechte Achse im Rathaus wird stärker.

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Die Koalition ist sich momentan nicht grün. Der inszenierte Rechtskurs von Bürgermeister Siegfried Nagl in der Bettlerfrage hat das Klima zwischen ihm und Vizebürgermeisterin Lisa Rücker massiv vergiftet. So haben sich Vertreter von Schwarz-Grün im Gemeinderat nicht nur vier Stunden lang ob des Bettlerthemas beschimpft, sondern auch über die Umbenennung der Hauptbrücke in Erzherzog-Johann-Brücke gestritten.
Nagl hatte ja die Idee von FP-Mandatar Harald Korschelt aufgenommen. Die Grünen hätten die Brücke lieber nach Helene Serfecz benannt - eine Widerstandskämpferin, die 1943 in Graz hingerichtet wurde. Die grüne Klubchefin Christina Jahn zog damit zwar SP und KP auf ihre Seite, die rechte Mehrheit aus VP, FP und BZÖ entschied sich aber für den Erzherzog.
Überhaupt hat Nagl den rechten Trumpf gestern gerne ausgespielt. Bei insgesamt vier Anträgen gingen Schwarz und Grün getrennte Wege. Das notwendige orange Ja zur Bettler-Petition ans Land holte sich Nagl mit seinem Ja zu einem Sicherheitspaket, das BZÖ-Chef Gerald Grosz einbrachte. In einer Petition an den Bund wurde die Aufstockung der Grazer Exekutive gefordert sowie ein Verbot der Ersatzdroge Substitol. Grosz frohlockt und stichelt: "Es ist mir schlichtweg egal, wer unter uns Vizebürgermeisterin ist."
Sozialstadträtin Elke Edlinger greift in der Bettlerfrage aufs Internet zurück. Sie hat auf der Online-Plattform Facebook eine Gruppe namens "Respekt gegenüber bettelnden Menschen! Hilfe statt Hetze!" eingerichtet. Bis gestern hatte sie dort 111 Mitglieder.

















