Kloster stellt mit "Gottes Kraft" auf Nullenergie
Dem Ziel eines "Nullenergie-Klosters" kommen die Grazer Franziskaner immer näher. Der Klimafonds fördert mit 1,2 Millionen Euro, weil man Denkmalschutz und Sanierung ideal vereint.

Foto © Katrin SchwarzKirchturm des Klosters
Das Franziskanerkloster im Herzen der Grazer Altstadt gleich neben dem Hauptplatz ist 800 Jahre alt. Nach den denkmalschützerisch vorbildlichen Sanierungen von Kirche und Kloster in den letzten Jahren hat nun der Guardian des Klosters, Bruder Matthias Maier, ein bahnbrechendes Vorzeigeprojekt gestartet: Am Franziskanerkloster soll gezeigt werden, dass auch im Zentrum des Unesco Weltkulturerbes der Grazer Altstadt durch Sanierung das "Netto-Null-Emissions-Haus" erreicht werden kann.
Betriebskosten senken. "Damit das Kloster auch im 21. Jahrhundert weiter bestehen kann, müssen die Betriebskosten gesenkt werden. Unser Ziel ist, keinen CO2-Ausstoß und keine Energiekosten zu haben. Dazu wollen wir Gottes Kraft der Schöpfung nutzen", sagt Bruder Matthias. Auf irdischer Seite hat man sich den Klima- und Energiefonds des Bundes an Bord geholt, der das Projekt unter dem Titel "denkMALaktiv" mit insgesamt 1,2 Millionen Euro unterstützt. Umsetzen wird das Projekt das Umweltamt der Stadt Graz gemeinsam mit der TU Graz, die Haustechniker von rerNet Güssing" und die Grazer Energieagentur.
Werkzeuge. Als österreichweites Leitprojekt will man "Werkzeuge zur Sanierung von alten denkmalgeschützten Objekten" entwickeln. Der Löwenanteil von 900.000 Euro der Förderung entfällt daher auf Grundlagenarbeit. Mit Methoden wie Laserscannen und "dynamischer Gebäudesimulation" will man vorzeigen, wie altstadtverträgliches Sanieren mit dem Denkmalschutz in Einklang gebracht werden kann.
Sanierungskonzepte. Im Rahmen des Projekts werden auch für fünf typische Grazer Gebäude entsprechende Sanierungskonzepte erarbeitet. Die Ergebnisse sollen allgemein zugänglich werden. "Mit dem Projekt wollen wir zeigen, dass Unesco-Welterbe und die Anwendung neuer Technologien wie Solarenergie auf Dächern möglich ist", meint die Grüne Grazer Vizebürgermeisterin Lisa Rücker. "Wir sind im guten Gespräch mit Denkmalamt und Altstadt-Sachverständigenkommission", ist Bruder Matthias zuversichtlich. Anfang 2011 werden Projekergebnisse präsentiert.
Features
Franziskanerkloster Graz
Ununterbrochene Nachfolge: Seit 1230 leben die Franziskanerbrüder in ununterbrochener Nachfolge in Graz.
Klosterareal: 1515 übernehmen die Franziskaner Kirche und Kloster von den Minoriten, die in die Vorstadt übersiedeln. Das Kloster- und Kirchenareal ist größer als der gesamte Grazer Hauptplatz.
Wertvollste Bibliothek: Das Kloster besitzt die wertvollsten Bibliotheksbestände der Stadt Graz.
Vier Millionen Euro kostete n die Sanierungsmaßnahmen an Kirche und Kloster in den letzen Jahren.
Mustergültige Sanierung: Vom Bundesdenkmalamt erhielt man 2006 sogar die Auszeichnung Denkmal des Monats.
Null-Emission-Kloster: Guardian Bruder Matthias Maier will das Kloster so sanieren, dass Denkmalschutz und Null-Energieausstoß in Einklang kommen.
Vorzeigeprojekt: Der Klima- und Energiefonds fördert nun mit 1,1 Millionen Euro.











