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Zuletzt aktualisiert: 20.06.2009 um 05:19 UhrKommentare

"Da braut sich was zusammen"

Der steirische Südosten ist Österreichs Hotspot der Klimaerwärmung: Dort wird es heißer und trockener, Unwetter und Hagel werden heftiger.

Foto © APA

Das sind keine schönen Aussichten, die Klimaforscher Gottfried Kirchengast vom Wegener-Center in Graz da skizziert: Im Südosten der Steiermark wird die Erwärmung durch den Klimawandel dreimal so stark ausfallen als im globalen Mittel. Die Folgen daraus haben es in sich, denn der Trend ist klar: "Die Temperaturen nehmen weiter zu, die Niederschläge nehmen ab, es wird viel trockener", weiß der Klimaexperte. "Paradoxerweise werden dabei die Unwetter abrupter und heftiger ausfallen, so dass es vermehrt zu heftigem Hagelschlag, zu Stürmen und zu Hochwässern kommen wird. Das widerspricht sich nicht, das sind bloß verschiedene Auswirkungen derselben Entwicklung."
Es wird immer heißer. Seine Messungen haben ergeben, dass es hier seit den 70er-Jahren schon um zwei bis drei Grad Celsius wärmer geworden ist. In 50 Jahren werde überhaupt jeder zweite Sommer so werden wie der besonders heiße Jahrhundertsommer 2003 mit seinen vielen Tropentagen, lautet seine Prognose. Den Grund dafür erklärt Kirchengast ebenfalls: "Die ganze Mittelmeergegend ist weltweit ein "Hotspot der Klimaerwärmung." Und auch der Alpenraum erwärmt sich um 50 Prozent mehr als der Restkontinent. "Die Südoststeiermark erlebt einen Miteffekt der Erwärmung im Mittelmeerraum. Da braut sich was zusammen. Das ist eine echte Gefahr für das Gebiet."

Abschätzbarer. Genau diese Entwicklung ist auch der Grund, dass das Wegener Zentrum der Universität Graz die Region Feldbach als Schwerpunktgebiet für ein Pionierexperiment der internationalen Klimaforschung ausgewählt hat. Über 150 Klimastationen bilden dieses WegenerNet und vermessen seit 2006 in einem engmaschigen Netz die kleinregionale Wetter- und Klimaentwicklung mit neuartiger Genauigkeit. Dadurch werden die Wetter- und Umweltrisiken besser erklärbar und mögliche Folgen abschätzbarer.

Robert Engele

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