"Da braut sich was zusammen"
Der steirische Südosten ist Österreichs Hotspot der Klimaerwärmung: Dort wird es heißer und trockener, Unwetter und Hagel werden heftiger.

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Das sind keine schönen Aussichten, die Klimaforscher
Gottfried Kirchengast vom
Wegener-Center in Graz da skizziert: Im Südosten der Steiermark wird die Erwärmung durch
den Klimawandel dreimal so stark ausfallen als im globalen
Mittel. Die Folgen daraus haben es in
sich, denn der Trend ist klar: "Die
Temperaturen nehmen weiter zu,
die Niederschläge nehmen ab, es
wird viel trockener", weiß der
Klimaexperte. "Paradoxerweise
werden dabei die Unwetter abrupter und heftiger ausfallen, so
dass es vermehrt zu heftigem Hagelschlag, zu Stürmen und zu
Hochwässern kommen wird. Das widerspricht sich nicht, das sind
bloß verschiedene Auswirkungen derselben Entwicklung."
Es wird immer heißer. Seine Messungen haben ergeben,
dass es hier seit den 70er-Jahren schon um zwei bis drei Grad Celsius wärmer geworden ist. In 50 Jahren werde überhaupt jeder
zweite Sommer so werden wie der besonders heiße Jahrhundertsommer 2003 mit seinen vielen Tropentagen, lautet seine
Prognose. Den Grund dafür erklärt Kirchengast ebenfalls: "Die ganze Mittelmeergegend ist weltweit
ein "Hotspot der Klimaerwärmung." Und auch der Alpenraum
erwärmt sich um 50 Prozent mehr als der Restkontinent. "Die
Südoststeiermark erlebt einen Miteffekt der Erwärmung im
Mittelmeerraum. Da braut sich was zusammen. Das ist eine echte
Gefahr für das Gebiet."
Abschätzbarer. Genau diese Entwicklung ist
auch der Grund, dass das Wegener Zentrum der Universität Graz die Region Feldbach
als Schwerpunktgebiet für ein
Pionierexperiment der internationalen Klimaforschung
ausgewählt hat. Über 150 Klimastationen bilden dieses WegenerNet und vermessen seit 2006 in einem engmaschigen
Netz die kleinregionale Wetter- und Klimaentwicklung
mit neuartiger Genauigkeit.
Dadurch werden die Wetter-
und Umweltrisiken besser erklärbar und mögliche Folgen
abschätzbarer.













