Mario Eustacchio: "Ich will die FPÖ breit aufstellen"
Die Grazer FP hat Mario Eustacchio mit 93 Prozent zu ihrem neuen Obmann gewählt. Susanne Winters Amtsnachfolger über Rechtsausleger und schwarz-grüne Irrwege.

Foto © LeodolterDer neue Grazer FPÖ-Chef Eustacchio will die Partei rechts halten - aber ohne raue Töne à la Winter
Herr Stadtrat, Sie haben Susanne Winter nun auch als Chef der Grazer FPÖ beerbt. Bisher sind Sie kaum aufgefallen. Zeigen Sie jetzt politisch Flagge?
MARIO EUSTACCHIO: Das war bisher ja nicht meine Aufgabe, weil ich nur Verantwortung als Stadtrat und keine Parteifunktion bei der FP Graz hatte. Aber ich will mich auch jetzt nicht plakativ zu irgendwelchen Problemen äußern. Ich will 2013 als Grazer FPÖ-Spitzenkandidat antreten. Da ist noch Zeit, mir ein Profil zu geben.
Aber die Bürger wollen wissen, wofür ein Politiker steht. Sie sind seit sieben Monaten Stadtrat in Graz. Gibt's da keine Visionen?
EUSTACCHIO: Nein so ist das nicht, aber man muss ja nicht jeden Tag mit Blödheiten medial vorkommen, wie Gerald Grosz vom BZÖ.
Die FPÖ kam zuletzt nur durch Aufregung um Rechtsausleger in die Schlagzeilen. Der 3. Nationalratspräsident Martin Graf steht unter Dauerbeschuss. H.-C. Strache sprach im EU-Wahlkampf in Graz vor Burschen, die angeblich mit dem Hitlergruß posierten . . .
EUSTACCHIO: Die haben mit Armgesten ,,Hasta la vista, Antifascista' skandiert, das war kein Hitlergruß . . .
. . . und Sie hatten junge Männer in "Rechte Recken" T-Shirts auf der Wahlparty. Warum will ein ein Ex-Banker wie Sie eigentlich so eine Partei anführen?
EUSTACCHIO: Weil es mich reizt, die FPÖ wieder breit aufzustellen. Wir geben unsere rechten Positionen aber nicht auf, um jenen Figuren keinen Platz zu lassen, die wirklich keiner haben will . . .
Ein blauer Schutzwall gegen Rechtsextreme? Trotzdem schlüpfen diese doch bei der FPÖ unter.
EUSTACCHIO: Nein, wo sie bei uns auftreten, komplimentieren wir sie hinaus. Aber ich will die FPÖ in Graz so breit aufstellen, wie mein politisches Vorbild Alexander Götz. Wir wollen das nationale Lager, aber auch SP-Wähler.
Wir warten noch auf Ihre Politvision. Was hat Stadtrat Eustacchio Graz bisher gebracht?
EUSTACCHIO: Ich sehe mich als Korrektiv zu Schwarz-Grün. Da ärgert mich, dass die Koalition aus den Aufsichtsräten städtischer Gesellschaften die Opposition aussperrt. Die Regierung trifft alle Entscheidungen am Gemeinderat vorbei.
Weiterer schwarz-grüner Ärger?
EUSTACCHIO: Bürgermeister Siegfried Nagl bedient elegant sein Klientel. Seiner grünen Vize Lisa Rücker gönnt er dafür ihre Spielwiese. Doch dass sie bewusst nichts tut, um den Verkehr flüssiger zu machen und sich auf ein paar Radwege, die unternehmerfeindliche verkürzte Ladetätigkeit und andere Pimperlg'schichten konzentriert, bringt Grazer zu recht auf die Palme. Auch das ECE, das als abgeschlossenes Einkaufszentrum geplant ist, halte ich für einen Fehler. Das würde der Annenstraße nur etwas bringen, wenn es sich öffnet und wenn entlang der Meile weitere Frequenzbringer entstehen.
Was ist mit den blauen Leibthemen Ausländer und Bettler?
EUSTACCHIO: Ich bin für ein generelles Bettelverbot. Wir brauchen keine importierte Armut, Arbeitslosigkeit und Bettelei. Die Ausländer muss man integrieren und das wird auch viel kosten, vor allem bei der Bildung der Kinder, die ein Niveau erreichen muss, dass sie Berufschancen haben. Es ist in Graz sicher eine kritische Masse an Ethnien erreicht.
Sollten Sie bis 2013 genügend Profil für den Wähler haben: Was würde ein Bürgermeister Eustacchio in Graz ändern?
EUSTACCHIO: Ich würde Graz sicherer machen. Die Polizeipräsenz in dieser Stadt gehört erhöht.
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Kommentar
Zur Person
Name: Mario Eustacchio (44) studierte an der FH-Joanneum, war zuletzt Prokurist bei der Krentschker-Bank und bei der Landes-FPÖ Finanzreferent. Er ist Mitglied bei der Burschenschaft Stiria.
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
















