Unmut über Bestellung
Wie die neue provisorische Leitung des Gymnasiums bestimmt wurde, lässt in Fürstenfeld die Wogen hochgehen. Landesschulinspektorin verteidigt die Entscheidung.

Foto © HirtDie Entscheidung über die Führung des Gymnasiums spaltet die Geister
Im Herbst verlässt Direktorin Dagmar Thalhammer das BG/BRG Fürstenfeld, um die Leitung des Gymnasiums in der Grazer Lichtenfeldgasse zu übernehmen. Dass nicht ihr langjähriger Stellvertreter Manfred Arth, dienstältester Pädagoge der Schule, mit der provisorischen Leitung betraut wurde, sorgt für Unmut bei Eltern, Lehrern und Absolventenverband.
Wenig Begeisterung über Entscheidung. Auch Bürgermeister Werner Gutzwar hat mit der Entscheidung wenig Freude: "Arth wäre für die vorübergehende Leitung die logische Lösung gewesen." Das habe er auch so in Graz deponiert. Gerhard Jedliczka, stellvertretender Obmann des Absolventenverbandes, spricht von einer miesen Behandlung Arths, wo der doch die 100-Jahr-Feier des Gymnasiums initiiert habe, dabei federführend war und die Festschrift gemanagt habe. "Kurz vor der Pensionierung wäre das sicher ein Höhepunkt in seiner Laufbahn gewesen. Jemandem, der so viele Verdienste hat, das anzutun, finde ich unfair", so Jedliczka. Er unterstreicht wie Gutzwar, dass die Kritik am Vorgehen nichts mit der Qualifikation von Helga Rath zu tun habe.
Sehr schnell. Sie wurde in einer Konferenz am Montag mit der provisorischen Leitung betraut. Dass es so schnell ging, versteht Jedliczka nicht. Auch Elternvereinsobmann Helmut Zeinlinger hört Kritik: "Wir haben festgelegt, bei Gelegenheit unseren Unmut kund zu tun, wie und wo solche Entscheidungen getroffen werden." Besorgt ist man beim Absolventenverband auch, weil Arth im Zusammenhang mit der Causa die Arbeit für dessen Zeitschrift "Reminiszenzen" zurückgelegt hat.
Entscheidung durch Qualifikation. Die zuständige AHS-Landesschulinspektorin Maria Elisabeth Liebscher verteidigt die Entscheidung. Sie sei in Absprache mit amtsführenden Landesschulratspräsidenten Wolfgang Erlitz und seiner Stellvertreterin Elisabeth Meixner erfolgt. Dienststellenausschuss, Direktorin und Administration waren eingebunden. Das Senioritätsprinzip gäbe es schon lange nicht mehr. Sie wisse Arths Arbeit zu schätzen. "Mir geht es schon darum, was man in der Schule an Innovation erreicht hat. Helga Rath hat sich in alle Projekte der Schulentwicklung enorm eingebracht." Kritisiert wird auch, dass es offenbar unbedingt eine Frau habe werden müssen. Dazu stellt Liebscher klar: "Ich bin auch Frauenbeauftragte. Wenn ich zwei gleich Qualifizierte habe, dann entscheide ich mich für die Frau."
Überraschend. Dass die Bestellung die Geister scheidet, ist ihr bewusst. Vom Ausmaß der Polarisierung ist sie aber doch überrascht: "So wie jetzt in Fürstenfeld habe ich es noch nicht erlebt."















