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Zuletzt aktualisiert: 06.05.2009 um 16:39 UhrKommentare

Kleidung in Flammen: Stop, auf den Boden und rollen

Die Grazer Kinderklinik startet Kampagne über das richtige Verhalten bei brennender Kleidung.

Etwa 200 Mal im Jahr werden die Notfallmediziner in der Grazer Kinderklinik mit Fällen von Brandverletzungen an Kindern konfrontiert. Auch wenn die Zahl in den letzten 20 Jahren stark zurück gegangen ist, müssen immerhin 50 bis 70 Kinder stationär behandelt werden. Häufiger Grund für die schweren Verletzungen ist das falsche Verhalten im Notfall. Mit der Infokampagne "Stop - Runter - Rollen" will die Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin deshalb schon den Kleinsten die richtige Reaktion beibringen.

Notfall. Marija Trop leitet die österreichweit einzigartige Brandverletzteneinheit der Grazer Kinderklinik und weiß: "Viele versuchen im Notfall, Wasser oder Decken zu holen, während die Haut weiter beschädigt wird." Einige würden versuchen, die Kleidung auszuziehen, was durch das Einatmen der Flammen zur zusätzlichen Schädigung der Lungen führe. Unter den Nachwirkungen leide man oft lebenslang. "Dabei ist es so einfach", appelliert Trop.

Gesicht. Im Notfall solle man möglichst ruhig stehen bleiben, um das Feuer nicht weiter anzufachen. Danach legt man sich auf den Boden, bedeckt das Gesicht mit den Händen und rollt sich so lange, bis die Flammen erloschen sind. "In den USA lernen Kinder diese einfache Regel bereits im Kindergarten", weiß Trop. "Die Sensibilisierung für Feuer ist dort viel höher als bei uns."

Kindergärten. In der Steiermark wird das Programm nun auch an die Kindergärten geschickt, inklusive pädagogischer Anleitungen und bunter Plakate. Und auch beim Kongress der Notfallmedizin, der von 4. - 6. Juni in der Grazer Stadthalle stattfindet, wird es einen Kinderaktionstag geben. Dort sollen die jungen Teilnehmer dann gemeinsam für den Notfall üben.

HEIKE KRUSCH

Fakten

"Je früher das Feuer gelöscht wird, desto effektiver", unterstreicht Gerhard Prause, Sekretär der AGN. Verbrennungswunden seien unter Kleinkindern rasch lebensbedrohlich. Neben den Schmerzen gebe es auch eine große emotionale Belastung durch die Folgeschäden.

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