"Wir sind Graz": Märchenbuch als Integrationsprojekt
Im Buch "Wir sind Graz" erzählen Schüler mit Migrationshintergrund Geschichten aus ihrer Heimat. Ein etwas anderes Integrationsprojekt.

Foto © Markus LeodolterIn dem Buch hat Autor Martin Wanko 45 Geschichten aus 21 Ländern gesammelt
Schneewittchen, Rapunzel und das tapfere Schneiderlein - wir kennen sie alle, sind mit ihnen eingeschlafen und groß geworden. Aber kennen sie auch die Ballerina, den Wolf und die Schlange? Sie sind die Helden jener Märchen, die im Buch "Wir sind Graz" gesammelt wurden. Der Schriftsteller Martin Wanko hat die 45 Geschichten aus 21 Ländern im Rahmen eines Integrationsprojekts der Stadt Graz und des Stadtschulamts zusammen getragen.
Von Märchen lernen. "Wir können alle von Märchen lernen", ist die Bedeutung der Geschichten für ihn klar. Dazu komme, dass die Schüler die Angst vor der deutschen Sprache verlieren. "Ich war erstaunt. Ein Mädchen, das erst ein halbes Jahr in Österreich lebte, erzählte ihre Geschichte ganz zügig ohne Probleme." Und auch jene Kinder, die nicht erzählten, wurden in das Projekt eingebunden. "Die gesamten Illustrationen im Buch stammen ebenfalls von den Schülern."
Hoher Migrantenanteil. Vier Volksschulen hat Martin Wanko mehrmals besucht, bevor das Buch Realität wurde. Die Volksschulen Bertha von Suttner, Brockmann, Hirten und Karl Morre wurden aufgrund des hohen Migrantenanteils für das Projekt ausgesucht. Probleme ob der kulturellen Vielfalt gab es keine. "Die Kinder genossen zu erzählen ebenso wie zuzuhören", ist Wanko vom Einsatz der Mädchen und Burschen begeistert.
Arbeit mit Kindern. Überhaupt sei die Arbeit mit Kindern etwas ganz Besonderes: "Sie erkennen die Kleider des Kaisers als erste", spricht er die Ehrlichkeit der kleinen Geschichtenerzähler an.
Begeisterter Märchenleser. Wanko, der selbst begeisterter Märchenleser und Erzähler ist, hat eine Geschichte aus Ghana zu seinem Favorit erkoren. "Es geht dabei um einen lahmen Jungen. Er hat das Gefühl völlig unnütz zu sein und rettet durch seinen Mut am Ende das ganze Dorf." Darum gehe es auch bei der Integration. Die Fähigkeiten der Menschen zu erkennen und ihnen etwas zuzutrauen.
Projekt mit Jugendlichen. Unter dem Motto "Was geht?" plant Wanko jetzt ein Projekt mit Jugendlichen. Sie sollen Essays über ihre Zukunftsvorstellungen verfassen. . . . und wenn sie nicht gestorben sind, dann erzählen sie noch heute.
















