Grazer Studenten vertreten Tadschikistan bei Vereinten Nationen
Einmal-Delegierter der Vereinten Nationen sein: Für 18 Grazer Studenten erfüllt sich dieser Traum. Bei einer simulierten Konferenz in New York vertreten sie Tadschikistan.
Wenn man eine Woche lang ein Land bei den Vereinten Nationen in New York vertreten dürfte, welches würde man wählen? Die USA, weil sie große Macht besitzen? Den Iran, weil dieses Land immer für Skandale gut ist, oder Deutschland, um das Problem der Sprachbarriere zu umgehen? Diese Fragen stellten sich vor einem halben Jahr auch jene 18 Studenten der Karl-Franzens-Universität Graz, die sich unter 200 Bewerbern für das NMUN (national model united nations) Projekt qualifiziert hatten.
Grazer Delegation. Bereits zum fünften Mal nimmt eine Grazer Delegation an der Simulation der UN-Vollversammlung teil, bei der 3500 Studenten aus der ganzen Welt in der Osterwoche in New York zusammenkommen. Jede Universität vertritt ein Land, welches von den Organisatoren der Veranstaltung zugeteilt wird. Doch weder die USA, noch der Iran oder Deutschland wurden für die Grazer Studenten ausgewählt. Bei der heurigen NMUN-Versammlung vertreten sie Tadschikistan.
Oberste Delegierte. "Am Anfang wusste ich nicht einmal genau, wo Tadschikistan überhaupt ist", erinnert sich Gesangsstudentin Antonia Zangger (28) mit Blick auf den Globus. Mittlerweile ist sie die oberste Delegierte des Landes und weiß genau Bescheid: "Die Sprache ist an das Persische angelehnt, das Essen besteht aus Lamm und Lamm und als Beilage gibt es Lamm. Politisch ist das Land völlig korrupt."
Begeisterung für das Projekt. Ein Umstand, der die Begeisterung für das Projekt aber nicht trüben kann. Psychologiestudentin Isabel Lasch (26) erklärt, warum die Teilnahme sinnvoll ist, obwohl man nur wenige Stunden für das Studium anrechnen kann und außerdem noch 300 Euro bezahlen muss: "Man lernt schnell zu reagieren und zu verhandeln und beschäftigt sich mit Themen, die über das eigene Studienfach hinaus gehen."
Andere Beweggründe hat Gerald Stöckl (22). In spätestens zwei Jahren will er sein Studium der Umweltsystemwissenschaften abschließen und dann die diplomatische Akademie besuchen. "Und NMUN ist das perfekte Trockentraining." Seine diplomatische Tätigkeit will er dann aber in Amerika ausüben. Und eine Reise nach Tadschikistan? "Die mache ich höchstens für einen Bergsteigerurlaub."
Features
Fakten
Zwischen 7. und 11. April schlüpfen 3500 Studenten in die Rolle von UN-Delegierten und simulieren als Vertreter eines fremden Landes die Vollversammlung.
18 Studenten der Karl-Franzens-Universität vertreten dabei im heurigen Jahr Tadschikistan.
















