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Zuletzt aktualisiert: 27.03.2009 um 05:03 UhrKommentare

Inder rittern um Grazer Stromvertrag

Millionen-Geschäft: Rathaus schreibt elektrische Vollversorgung neu aus. Grazer Auftrag ist 25 Millionen Euro schwer. Heimische Anbieter zittern. Denn da fragt sogar "der Inder" an.

Foto © AP

Diese EU-weite Ausschreibung der Stadt Graz lässt die heimischen Stromversorger dieser Tage kräftig zittern. Das Rathaus vergibt die elektrische Vollversorgung der Stadt, das heißt die Versorgung von 1400 städtischen Anlagen, ab 2010 für fünf Jahre neu. Insgesamt ist der Deal bis zu 25 Millionen Euro schwer. Jetzt klopfen sogar Anbieter aus Spanien und Mumbai in Indien an, um Energie Graz, Steweag/Steg und Franz-Werke aus dem Netz zu kippen.

Leistungsumfang. Der Leistungsumfang ist gewaltig: Vom Strom für die Luster im Rathaus, für Bürogebäude, Schulen, Kindergärten, Heime, Museen, der Straßenbeleuchtung bis hin zu Ampeln und Parkscheinautomaten. Es geht um die Lieferung von 30 Gigawattstunden (GWh), also 30 Millionen Kilowattstunden oder eben ein jährliches Auftragsvolumen von rund fünf Millionen Euro.

Heimspiel. Bis Jahresende liefern noch die Energie Graz, Steweag/Steg und E-Werk Gösting V. Franz. Die drei hatten 2005 bereits das erste Ausschreibungsverfahren unter sich ausgemacht. Vor allem für die Energie Graz, die mit 20 GWh den größten Brocken liefert, ist Graz das Hauptgeschäft. Man tüftelt schon an den Angebotsunterlagen, bestätigt Konzernsprecherin Katja Kovacic. Ob dieses Bieterverfahren wie schon 2005 ein reines Heimspiel wird, ist aber angesichts internationaler Anfragen fraglich. Die Ausschreibung muss EU-weit erfolgen, mitbieten können Interessenten aber weltweit, erklärt der Ausschreibungskoordinator Manfred Tauscher aus dem Präsidialamt, warum diesmal sogar die Inder mitrittern könnten.

Fünf-Jahres-Vertrag. Ab 9. April geht das Verfahren in die zweite Stufe. Dann wird sondiert und verhandelt. "Die neuen Lieferverträge werden für die nächsten drei Jahre ab 1. 1. 2010 abgeschlossen, mit Option auf weitere zwei Jahre", sagt Manfred Tauscher.<

Preisgrundlage für die Anbote ist übrigens der Kurs an der europäischen Strombörse EEX. Für Graz ist das derzeit sogar günstig. Der Stromkurs befindet sich auf sehr niedrigem Niveau im Vergleich zumindest zu 2008. Eine günstige Ausgangslage für die Verhandlungen mit den neuen Stromlieferanten.

HELMUT BAST

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