"Stehe weiter für neue Art der Politik"
Der Grazer VP-Chef Nagl über den Fall Fluch und die Konsequenzen.

Foto © Scheriau
Herr Bürgermeister, Ihre Partei hat seit der Wahl 2008 gleich zwei Rücktritte im Regierungsteam zu verkraften. Da fragt man sich, was läuft schief in der Volkspartei? Haben da nicht auch Sie als Obmann langsam ein Problem?
SIEGFRIED NAGL: Nein, ich bin mit einer neuen Art von Politik angetreten und stehe weiter dafür. Wir versuchen nach Maßstäben, die wir vorgeben, selbst zu leben: Ehrlichkeit, Transparenz, Verlässlichkeit . . .
Und dann gibt es gleich zwei Fälle, die das in Frage stellen . . .
NAGL: Dann ist es eben wichtig, dass man dazu steht und die Konsequenzen zieht.
Aber im Fall Fluch wollte man sich ja mit einer Spende aus der Affäre ziehen.
NAGL: Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich die Vergabe an den Lebensgefährten nicht für korrekt halte und erwarte, dass Eva Maria Fluch persönlich die Verantwortung übernimmt. Ich wollte aber die Partei miteinbeziehen. Es ist demokratisch diskutiert worden und die Partei hat sich dann hinter Fluch gestellt.
Dass man trotz Fehlverhaltens an ihr festhielt ist angesichts Ihrer Maßstäbe nicht nachvollziehbar. Und die VP blieb im Kreuzfeuer. War das nicht Ihr Fehler?
NAGL: In unserer Partei arbeiten Menschen, die einander gut kennen. Manchmal wird von der Öffentlichkeit mehr eingefordert als wir so rasch leisten können. Doch Fluch zeigt, dass sie der Partei nicht schaden will. Eines noch: Sie hat zehn Jahre im Gemeinderat und ein Jahr als Stadträtin fleißig gedient. Jetzt nimmt sie ganz Abschied von der Politik.
Wer wird ihr nachfolgen?
NAGL: Da muss ich erst überlegen, dafür nehme ich mir auch Zeit.
Der ÖAAB fordert eine Frau aus seinen eigenen Reihen . . .
NAGL: Es geht nicht nur um Bünde. Die sind wichtig, müssen aber verstehen, dass es ums größere Ganze geht. Wir brauchen eine starke Persönlichkeit, die die schwierigen Ressorts Bildung und Bauämter bewältigen kann.
Muss in der ÖVP-Herrenriege nicht eine Frau zum Zug kommen?
NAGL: Da leg' ich mich nicht fest.














