Wie man sich nach einer Vergewaltigung verhält
Ein Opfer kann das Gericht nicht überzeugen, dass es nicht doch freiwillig Sex hatte.
Für die Muttersprache des Angeklagten gibt es in Deutschland angeblich drei Experten, in Österreich keinen. "Festgehalten wird, dass der Angeklagte auch der englischen Sprache nicht vollständig mächtig ist", muss Vorsitzender Martin Wolf seufzend protokollieren.
Untypischer Vergewaltigungsprozess. Mühsam, zumal der nigerianische Asylwerber sich gegen den Vorwurf verteidigen muss, seine Nachbarin vergewaltigt zu haben. Es ist ein untypischer Vergewaltigungsprozess: Der Angeklagte wird nicht aus der Haft vorgeführt. Ein Indiz dafür, dass an der Schuld des schmächtigen Afrikaners Zweifel bestehen. Es war keine Vergewaltigung, versichert er. Die Frau wollte Sex. "No problem", habe er gesagt und getan.
Freundin des "Täters" im Haus. Auch das Opfer spricht Englisch, und zwar perfekt. An der Sprache kann es dank Dolmetscher also nicht liegen, dass sie dem Gericht ihre Reaktionen auf die Tat nicht erklären kann. Sie rief nicht um Hilfe, obwohl ihre Kinder im Nebenzimmer schliefen und die Freundin des Täters im Haus war. Gleich nach der Tat bat sie ihren Vergewaltiger (!), auf ihre Kinder aufzupassen, weil sie ihren Freund suchen wollte. Unterwegs trank sie noch ein paar Gläschen.
Falsche Zeugaussage. Richter Wolf ermahnt sie laut und eindringlich, dass auf falsche Zeugenaussage ein paar Jahre Haft stehen. "Wenn Sie das nicht erklären können, dann müssen wir womöglich einen Täter im Zweifel freisprechen." - "Entschuldigung, ich wurde noch nie vergewaltigt!", versetzt sie trotzig. Wie soll man da auch wissen, wie man sich richtig verhält? "I was finished! - Ich war fertig!"
Bandaufnahme mit Entschuldigung. Dass der Angeklagte dem Gericht auch noch eine Bandaufnahme vorlegen kann, auf der sie sich bei ihm für die Scherereien entschuldigt, erhöht ihre Glaubwürdigkeit auch nicht. Freispruch im Zweifel. Finished.

















