In Lehrer-Streit kommt Bewegung
Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll forderte am Freitag in Sachen Lehrer-Arbeitszeit von der Gewerkschaft ebenso wie von Bildungsministerin Claudia Schmied, "zurück an den Tisch" zu kommen.

Foto © Kleine Zeitung DIGITALJosef Pröll in Graz
Kommende Woche wird es zu einer ersten wirklichen Verhandlungsrunde zwischen Bildungsministerin Claudia Schmied und der Lehrergewerkschaft kommen. Damit kommt nach tagelangen Grabenkämpfen wieder Bewegung in die hitzige Diskussion.
Alternative Vorschläge. Finanzminister Josef Pröll machte klar: Mehr Geld aus dem Budget für die Schulen gibt es nicht. Schmied räumte ein, dass die Reformen nicht gefährdet sein dürften, dass aber die Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung "nicht in Stein gemeißelt ist". Sie warte auf alternative Vorschläge der Gewerkschaft, und auch Pröll forderte die Lehrervertreter auf, die Emotionen herauszunehmen und einen Beitrag zur Krisenbewältigung zu leisten. Das könne auch ein "Maßnahmenmix" sein. Gewerkschafter Walter Riegler steht dem Gespräch "positiv gegenüber" und forderte Schmied auf, das Budget offen zu legen. Am 12. März fänden aber in jedem Fall Dienststellenversammlungen statt. Einzelne Lehrerverbände können sich eine Ausdehnung der Lehrverpflichtung vorstellen, wenn keine Jobs verloren gehen und sich die Arbeitsbedingungen verbessern.
Ganztags. Gestern meldete sich auch Bernd Schilcher, früher Leiter der Schul-Experten-Kommission, zu Wort: Schilcher unterstützt die Position, wonach Lehrer ganztags in der Schule arbeiten, dafür aber auch entsprechende Arbeitsplätze bekommen sollen. Unternehmensberater Christian Havranek, der Autor der letzten großen Studie über Lehrer, schlägt vor, dass Lehrer künftig von 8.30 bis 16.30 in der Schule sind. Es sei eine Tatsache, dass die Lehrer vieles kompensieren müssten, was Elternhaus und Gesellschaft nicht mehr leisteten. Dafür brauche es die strukturellen Voraussetzungen - auch, dass Schulen mehr Eigentverantwortung bekämen.
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"Rote Liste"
Budget
Das Bildungsbudget soll bis 2013 auf 7,55 Mrd. Euro steigen. 2008 lagen die tatsächlichen Ausgaben (Budgeterfolg) von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) bei 6,78 Mrd. Euro, bis zum Ende der Legislaturperiode soll diese Summe um mehr als 700 Mio. ansteigen.
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Claudia Schmied gerät weiter unter DruckFoto © APA
Erhöhung
Nach den durchgesickerten, der APA vorliegenden Budgetzahlen gibt es heuer (2009) ein Plus von 390 Mio. Euro, im kommenden Jahr (2010) kommen noch einmal 55 Mio. Euro dazu



















