Post-Filialnetz: der Tag der Wahrheit
Am Montag, den 2. März 2009 legt Postgeneraldirektor Anton Wais Ministerin Doris Bures seine Sparpläne vor. 307 Postämter sollen geschlossen werden, etwa 40 davon in der Steiermark. Ein Volksbegehren gegen die Schließungen läuft an.

Foto © Kleine Zeitung Digital/Erwin ScheriauIn vielen steirischen Postämtern wird bald der letzte Stempel aufgedrückt
Postchef Anton Wais wird heute wohl die Katze aus dem Sack lassen. Dann nämlich, wenn er der zuständigen SP-Infrastrukturministerin Doris Bures seine zukünftigen Pläne mit der Post darlegen wird. Insider wollen wissen, dass Wais der Ministerin einen Entwurf zur Schließung von 307 der 1300 Postämter in Österreich vorlegen werde. Für die Steiermark plane die Post, zumindest 40 der 195 Postämter zu schließen.
Keine konkreten Zahlen. Postsprecher Andreas Pachler will sich auf keine konkreten Zahlen einlassen. "Schließungen und schonungsvollen Personalabbau wird es geben", bestätgt Pachler. Man müsse eben auf die verschärften Marktbedingungen vorbereitet sein, die mit dem Fall des Postmonopols ab 2011 auf die Post zukämen. Doch leicht mache man es sich nicht mit den Schließungen. Immerhin müsse man gemäß der Universaldienstverordnung die flächendeckende Versorgung gewährleisten und im Fall von Schließungen für Ersatz sorgen.
Volksbegehren startet. Davon wollen Postkunden und Personalvertreter nichts wissen. Erst letzte Woche drang eine "geheime Schließungsliste" aus dem Postvorstand nach draußen. Allein in Graz und im Grazer Umland drohe 20 Postämtern das Aus oder Standorte seien gefährdet. Protest gegen den "Post-Kahlschlag" formiert sich.
Bewusst gewartet. Man habe bloß aus Rücksicht auf die Wahlen in Kärnten und Salzburg mit der Kahlschlag-Entscheidung zugewartet, kritisiert Christian Höllerbauer, steirischer Christgewerkschafter bei der Post. "Heute wird die Schließungsliste übergeben. Und die hohe Politik hat bereits im Vorfeld gesagt, dass sie dagegen machtlos ist", ärgert sich Höllerbauer. Daher formiere sich jetzt der Bürgerprotest von unten. Am 6. März startet das Volksbegehren "Stopp den Postraub". 37.000 Unterschriften habe man bisher schon gesammelt. Schaffe man 100.000 müsse das Thema im Nationalrat behandelt werden. Das deklarierte Ziel: Die Zahl der Filialen gesetzlich festzuschreiben.
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Postversorgung
Postämter: In der Steiermark gibt es derzeit 195 Postämter.
Post-Partner: 48 Postpartner nehmen "abgespeckte" Postaufgaben inklusive Bankdienstleistungen (PSK-Dienste) wahr.
Post-Servicestellen: 46 Stellen bieten Post-Mini-Service an.
Universaldienstverordnung: Sie schreibt der Post vor, welche Dienstleistungen zu erfüllen sind: Diese muss eine "qualitativ hochwertige, flächendeckende und allgemein erschwingliche Versorgung" gewährleisten.
Postamtsschließungen: Geschlossen werden darf nur, wenn eine kostendeckende Führung mangels Kundennachfrage "dauerhaft ausgeschlossen" ist und die Leistung durch eine andere "Post-Geschäftsstelle" gewährleistet ist.
















