Hammer-Attacke: Polizist außer Gefahr
Psychisch Kranker ging in Graz zuerst auf Pflegehelferin los, verletzte dann Beamten schwer. Cobra setzte den "Taser" ein - erfolglos.

Foto © PolizeiDie Tatwaffe: ein Hammer
Der Grazer Polizist Viktor W., der Mittwoch von einem psychisch kranken Mann mit einem Hammer schwer verletzt wurde, ist nach einer Notoperation außer Gefahr. Der 46-jährige Täter leidet an Wahnvorstellungen und wird in der Sigmund Freud-Klinik behandelt. Eine Einvernahme durch die Kriminalpolizei war bisher nicht möglich. Eine Nachbarin berichtete der Kleinen Zeitung, dass sie in den vergangenen fünf Wochen immer wieder Behörden und Polizei verständigt habe, weil es mit H. Probleme gegeben hatte.
Alleinstehend.
Eine Woche nach der inszenierten Geiselnahme in St. Marein im Mürztal musste die Cobra am Mittwoch in Graz eine Wohnung stürmen und einen psychisch kranken Gewalttäter überwältigen. Ernest H. (46) hatte eine Pflegehelferin bedroht und einem Polizisten mit einem Hammer schwere Kopfverletzungen zugefügt.
Nach dem Tod seiner Mutter lebte Ernest H. allein in der Parterre-Wohnung in der Münzgrabenstraße. Immer wieder habe es mit ihm Schwierigkeiten gegeben, erinnern sich Nachbarn. Auch die letzten beiden Nächte habe er in seiner Unterkunft geschrien und getobt. "Das musste ja so kommen", bemerkte eine Wohnungsnachbarin während des Polizei-Großeinsatzes, ohne zu wissen, was zuvor geschehen war. Sie war nämlich einkaufen, während sich im Haus dramatische Ereignisse abspielten.
Betreuung.
Gegen neun Uhr betrat eine Mitarbeiterin des Sozialmedizinischen Pflegedienstes die Wohnung von Ernest H., um ihm Medikamente zu bringen. Sie betreute ihn und besaß deshalb einen Wohnungsschlüssel. Doch diesmal wurde sie attackiert. Er müsse ihr jetzt weh tun, drohte H. und versuchte, die Frau in ein Zimmer zu zerren. Die Pflegehelferin konnte entkommen.
Grillgabel und Hammer.
Wenig später traf eine Sektorstreife am Tatort ein. Der Mann erwartete die beiden Polizisten mit einer Grillgabel und einem Hammer bewaffnet. Sofort schlug er einem der beiden Beamten auf den Kopf. Der Schutzschild half dem Polizisten nichts. Schwer verletzt sackte Viktor W. (40) zusammen. "Am Boden liegend setzte er noch Pfefferspray ein, während sein Kollege mit gezogener Pistole den Täter aufforderte, sich zu ergeben", so Einsatzleiter Gerd Mokoru. Doch der Mann flüchtete in die Wohnung und verschloss die Tür mit einer Sperrkette.
Cobra.
Jetzt rückte das Einsatzkommando Cobra an. Die Männer traten die Tür auf. Wieder versuchte der Täter, mit dem Hammer auf die Beamten einzuschlagen. Pfefferspray nützte nichts, die Cobra-Männer mussten zu ihren Elektro-Impulswaffen (Taser) greifen. "Zweimal haben wir geschossen, aber die Impulse drangen offensichtlich nicht bis zur Haut des Mannes durch", so Cobra-Einsatzleiter Mathäus Weiß. "Der Mann musste mit Körperkraft überwältigt werden."














