Gärtner wehrt sich gegen die Vorwürfe
Angeblich verprügelter Hilfsarbeiter wurde vom Sachwalter aus dem Betrieb genommen.
Im Fall jenes Hilfsarbeiters, der eigenen Angaben zufolge seit 28 Jahren mehr oder weniger regelmäßig geschlagen worden sein soll, hat sich nun auch die Landarbeiterkammer eingeschaltet. "Wir haben die Landesforstinspektion alarmiert und drängen darauf, dass auch dieser Fall mit größter Sorgfalt aufgeklärt wird", so Kammer-Präsident Christian Mandl. In den nächsten Tagen werden die Beamten den Gärtnerei-Betrieb im Großraum Graz unter die Lupe nehmen. Der Hilfsarbeiter selbst wurde gestern allerdings von seinem Sachwalter fortgebracht. Dieser will dazu aber keine nähere Auskunft geben. Für den Hilfsarbeiter wird nun eine neue Bleibe gesucht.
Gärtner meldete sich. Indes meldete sich auch der ehemalige Chef des Mannes. Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung beteuerte der 55-Jährige, "von all den Vorwürfen am Freitag zum ersten Mal" gehört zu haben. "Ich verstehe das nicht. Er bekam alles von uns, natürlich auch den Lohn, der ihm zustand."
Beobachtungen ans Bezirksgericht geleitet. Zur Tatsache, dass er offenbar geschlagen wurde - immerhin hat dies auch eine Ärztin während eines Kuraufenthalt festgestellt und ihre Beobachtungen ans Bezirksgericht weitergeleitet -, meinte der Gärtner: "Als wir ihn vor 28 Jahren aus der Obersteiermark zu uns in den Betrieb geholt haben, muss er bereits Furchtbares erlebt haben. Vielleicht vermischt der Mann jetzt etwas."
"Ich bin kein Samariter". Zur tristen Wohnungssituation weiß der ehemalige Chef: "Er lässt doch alles versauen, ist halt ein Schweindl. Aber der Raum hat eine angemessene Größe, es ist ein Heizkörper drinnen." Er stellt fest: "Ich bin kein Samariter, aber ich bin 55 und in meinem ganzen Leben noch nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen."
Neuer Sachwalter. Landarbeiterkammer-Präsident Mandl will es aber genau wissen und geht nun in die Offensive. "Wir bestehen darauf, dass der Hilfsarbeiter so schnell wie möglich einen neuen Sachwalter bekommt. Und dann wollen wir auch aufklären, was zurzeit in der Steiermark los ist." Gespräche auf höchster Ebene seien bereits im Gange. "Demnächst werde ich mit Landesrat Johann Seitinger ein Gespräch führen."
















