Weltstars mit steirischer Note
Im Ausland populär, in der Heimat vergessen: Die beiden Steirer Hans Rexeis und Rudolf Mayreder waren die Stars der "Comedy Harmonists", die in den späten 30er-Jahren von London bis Sydney für Furore und volle Häuser sorgten.

Foto © Kleine Zeitung/Christian PenzSammler aus Leidenschaft: Michael Hortig
Wer war Österreichs erster Popstar mit Weltformat? Falco, eh klar! Wer aber waren die ersten Steirer, die als Popstars auch auf ausländischen Bühnen durchstarteten? Wenn Sie jetzt an Opus mit ihrem Welthit "Live is Life" denken, haben Sie weit gefehlt. Schon in den 30er-Jahren schafften es nämlich zwei Steirer, Konzertbesucher rund um den Erdball zu begeistern: Als Stars der "Comedy Harmonists" erhoben der Mariazeller Rudolf Mayreder und Hans Rexeis aus Dobl im Vokal-Ensemble ihre Stimmen von London bis Sydney, von Moskau bis New York. In fünf Jahren Bandgeschichte brachten sie es mit den "Comedy Harmonists" auf stolze 600 umjubelte Konzerte.
Weltstars mit steirischer Note. "Schuld" am Erfolg der Weltstars mit steirischer Note war die Trennung des auch heute noch bekannten Vokal-Ensembles "Comedian Harmonists" (Hit: "Mein kleiner grüner Kaktus") im Jahr 1935 (siehe Infokasten). Der jüdische Teil der Künstler versuchte danach, die Band in Wien wieder zu beleben und holte dazu den Tenor Hans Rexeis und den Bass Rudolf Mayreder in das Sextett, das zunächst als "Wiener Gruppe", nach Erfolgen im Ausland aber bald als "Comedy Harmonists" zu hören war.
23 Platten. "Insgesamt 23 Platten haben die ,Comedy Harmonists' veröffentlicht, darunter sogar eine zusammen mit Josephine Baker", weiß der Grazer Schellack-Sammler Michael Hortig, der sich seit zehn Jahren mit dem Schicksal der Steirer beschäftigt. "Im Gegensatz zur Vorgängergruppe waren Rexeis & Co. nicht um jeden Preis lustig, sondern sangen auch ernste Lieder. Dazu wurde viel mehr Wert auf Arrangements und musikalische Klasse gelegt."
Tabu in der Heimat. Klasse, die sich global durchsetzte: Während sie in ihrer Heimat tabu waren, stießen die "Comedy Harmonists" auf ihren Tourneen auf offene Ohren und volle Konzertsäle. Australien, Amerika, Südamerika und Russland empfingen die Pop-Stars mit offenen Armen, ihre stimmgewaltigen Interpretationen (vom Duke-Ellington-Titel bis zum Wiegenlied, vom Blues bis zu vertonten Gedichten hatte das Sextett alles im Programm) sorgten für viele Schlagzeilen.
Heimkehr nach Mariazell. Nach dem Ende der Gruppe im Jahr 1941 ging Mayreder nach New York und sang bis 1963 an der Metropolitan Opera. Danach kehrte er zu seiner Jugendliebe nach Mariazell zurück, wo er 1978 verstarb. Tragisch das Schicksal von Rexeis, erzählt Hortig: "Sein Vermögen investierte der Steirer erfolglos in Augenoperationen, mittellos und nahezu erblindet starb er 1980 in Birkfeld."
Features
Fakten
Nachdem die Rassengesetze ein Auftreten jüdischer Künstler in Deutschland verboten hatten, löste sich 1935 die damals bekannteste Vokal-Gruppe, die "ComedianHarmonists", auf.
Die verbliebenen deutschen Mitglieder gründeten das "Meistersextett", während die jüdischen Sänger nach Wien gingen, um die "Wiener Gruppe" zu gründen.
Stars dieser "Wiener Gruppe" , aufgrund der internationalen Erfolge später auch unter "Exilgruppe" oder "Comedy Harmonists" bekannt, waren die Steirer Rudolf Mayreder (Bass) und Hans Rexeis (1. Tenor).
Rudolf Mayreder (1903 - 1978) wurde in Mariazell geboren.
Hans Rexeis (1901 - 1980) erblickte in Dobl bei Graz das Licht der Welt.
















