Haarige Zeiten für Frisöre
Der "gesättigte Markt" erlebt einen harten Konkurrenzkampf, seufzt man in der Branche. Nun gehen auch noch einige Topstylisten von Toni & Guy eigene Wege.

Foto © APAGrazer Friseure liefern sich einen harten Konkurrenzkampf
Auf 1000 Grazer kommt ein Haarsalon. So dicht ist der Frisörmarkt in ganz Österreich nicht, stöhnen die Grazer Haarschneider selbst. Und in unmittelbarer Zukunft werden zu den bestehenden 252 Salons noch einige mehr dazu kommen - und den Markt noch enger machen.
Boom zur Selbstständigkeit. Dafür werden nicht zuletzt einige prominente Abgänge bei "Toni & Guy" in der Enge Gasse sorgen, die sich nun nach und nach selbständig machen. So eröffnet etwa Michael Posch beim Mariahilferplatz einen neuen Laden, auch auf dem Tummelplatz soll man sich künftig die Haare von Ex-Toni & Guy-Leuten färben lassen können. Michael Grillitz, Geschäftsführer bei "Toni & Guy", räumt im Zuge dessen aber mit einem Gerücht auf: "Ich sperr' in Graz natürlich nicht zu, im Gegenteil. Die meisten Abgänge sind bereits nachbesetzt, wir haben eine internationale Ausbildung, die unsere jungen Frisöre bis nach London bringt." Auch seinen Ex-Mitarbeitern, die ihren persönlichen Kundenstock mitnehmen könnten, ist er nicht gram: "Schließlich hab' auch ich vor 13 Jahren einen eigenen Laden aufgesperrt, das passt schon."
Großer Konkurrenzkampf. Dennoch sehen einige Frisöre die Situation generell haarig. "Der Konkurrenzkampf ist groß, in Graz gibt es ja beinahe an jeder Ecke einen Frisör", nickt Darci Schaider vom "Bamboo" auf dem Sparkassenplatz. Auch laut Franz Voller, Chef bei "Art & Fashion" in der Leonhardstraße, ist der Grazer Markt "gesättigt. Umso mehr muss sich jeder einzelne Frisör überlegen, was er bietet."
Haarschneiderei optimistisch. Lediglich Jakob Esslinger, Chef der Haarschneiderei in der Mariahilferstraße, sieht in der neuen Konkurrenz kein Problem: "Der neue Nachbar kann auch anregen. Alles, was das Viertel stärkt, ist positiv." Er selbst peppt mit seinem alternativ-unkonventionellen Frisörladen im 70er-Jahre-Stil den Markt seit drei Jahren auf. "Unser Konzept ist eigentlich einfach: Wir belästigen unsere Kunden nicht mit übertriebener Freundlichkeit, sondern gehen normal auf sie zu."
















