Anne Marie Wicher verlässt den Landtag
VP-Behindertensprecherin Anne Marie Wicher (75) legt Mitte März ihr Mandat zurück.

Foto © KKKonnte immer alle Parteien für ihre Anträge gewinnen: Anne Marie Wicher
Auf eines ist sie ganz besonders stolz: "Ich habe alle meine Anträge im Landtag einstimmig durchgebracht". Anne Marie Wicher, seit 1996 im Landtag tätig und hier speziell mit Behindertenfragen befasst, aber auch im Kultur- und Sportausschuss tätig, hielt am Dienstag ihre letzt Rede, Mitte März wird sie ihr Mandat zurücklegen.
Lobende Worte. Am Ende ihrer Rede gab es stehenden Ovationen von Abgeordneten und Regierung - und Blumen von allen vier Fraktionen. Und lobende Worte: "Du bist uns ordentlich auf die Nerven gegangen", lobte VP-Chef Hermann Schützenhöfer Wichers beharrliches Engagement für behindertengerechte Bauweisen im ganzen Land. Und Landeshauptmann Franz Voves formulierte sein Lob vergleichbar, sprach von "höflicher Penetranz" im Interesse aller Behinderten.
Virusinfektion. Wichers Leben begann wie viele andere: Matura, Sport (Basketball und Speerwurf), Job im Landesreisebüro, Kinder. Dann das einschneidende Jahr 1969, nach einer Virusinfektion das endgültige Urteil - Querschnittlähmung. Doch sie denkt nicht ans Aufgeben, 1974 beginnt sie im Versehrtensport, 1980 und 1984 gibt es zwei Goldmedaillen im Tischtennis bei den Paralympics, zwei Weltmeistertitel folgen.
Erfolgsbilanz. Mit der Politik startet sie erst 1995, als Josef Krainer sie in den Landtag bringt. Die Pflegeanwaltschaft, der Behindertenanwalt, die Gehörlosenambulanz und das neue Behindertengesetz gehören zu ihrer Erfolgsbilanz. Ihr letzter Stolz, ein eigenes Referat für barrierefreies Bauen, ist gleichzeitig ein Signal: Die Klingel ist zu hoch für Rollstuhlfahrer, es bleibt noch einiges zu tun.
Features
Zur Person
Anne Marie Wicher, geboren 22. März 1934 in Graz, zwei Kinder. Seit 1969 im Rollstuhl, 1980 Welt- und Europameisterin im Tischtennis. In der Politik seit 1995.















