Tausende Steirer sind gegen Tiertransporte
Missstände bei Lebend-Tiertransporten häufen sich und lassen Steirer jetzt auf die Barrikaden steigen. Tierschutzorganisation will Mahnmal errichten, eine Grazerin sammelte Unterschriften.

Foto © APATiertransporte lassen die Steier nicht kalt
Gebrochene Beine, fehlende Wasserversorgung, stundenlange Fahrten - die Liste an Grausamkeiten auf Tiertransporten sprengt den Rahmen. Ganz abgesehen von fahrzeugtechnischen Mängeln, die fast immer festgestellt werden. Und weil Berichte über die meist aus Ungarn, Polen, der Slowakei und Tschechien anrollenden Laster immer häufiger werden, reagiert nun die Bevölkerung.
Plattform. Etwa die Grazerin Helga Boyer. Sie gründete kurzerhand eine "Plattform gegen lange und nicht tiergerechte Schlachttiertransporte", sammelte rund 2100 Unterschriften und überreichte sie Agrarlandesrat Johann Seitinger in dessen Amtsräumen. "Ich fordere, dass wir jene Schlachttiertransporte verhindern, die Tiere unter grausamsten Bedingungen befördern", so die Grazerin. Und Seitinger versprach: "Ich werde respektvoll mit der Unterschriftenliste umgehen und ein intensives Schreiben an den Bundesminister für Gesundheit verfassen. Solche Dinge bleiben nicht ungehört."
13.000 Unterschriften. Damit die Stimmen aus der Bevölkerung aber auch ins Auge stechen, will die Tierschutzorganisation "TierWege" noch einen Schritt weiter gehen. "Wir haben bislang rund 13.000 Unterschriften gegen Tiertransporte gesammelt. Wenn wir für jede Stimme einen Stein hinlegen, könnten wir ein gewaltiges Mahnmal an der Autobahn errichten. Das kann dann niemand wegdenken", formuliert es Tierschützer Niki Kulmer. Für dieses Projekt sucht er aber noch ein Grundstück.
174.000 Tiertransporte. Pro Jahr führen 174.000 Tiertransporte durch die Steiermark. Offiziell werden sie von 56 Amtstierärzten und einer Inspektorin kontrolliert. Doch Landesrat Seitinger will weiter gehen: "Ich fordere härtere Strafen für die Unternehmen, dann hört sich die Schweinerei auf. Auch mir ist es zuwider, was da zu sehen ist."
Osteuropa. Auf die Frage, warum so viele Tiertransporter aus Osteuropa nach Graz liefern, meint er: "Das Schlachten ist kein Geschäft mehr, aber bei uns gibt's gute Veredelungsbetriebe." Ein Vorteil für uns - aber offenbar ein Nachteil für die Tiere.
Features
Schulungen
Die steirische Tierschutzorganisation "TierWege" bietet der heimischen Polizei ein besonderes Service an. "Wir haben unser Know-how über viele Jahre erarbeitet. Davon soll auch die Polizei profitieren, mit der wir schon jetzt großartig zusammenarbeiten", so die Tierschützer. Mit Schulungen möchten sie die Exekutivbeamte auf die Tricks der Tier-Transporter aufmerksam machen. In Deutschland gibt es diese Zusammenarbeit bereits. Die Tierschützer der dortigen "Animal's Angels" schulen Polizisten bereits seit Jahren.
















