Würziger Kaffee aus der Wunderlampe
Wie aus 1001 Nacht. Mit 34 von 40 möglichen Punkten wird der Stallhofner Reinhard Grebien österreichischer Ibrik-Staatsmeister 2009.

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Reinhard Grebien reibt an seiner Wunderlampe (einer Ibrik-Kaffeekanne). Tusch! Ganz bezaubernd erscheint Johanna Wechselberger im Jeannie-Kostüm. "Ja Meister?" - "Du musst mir helfen, den allerbesten Kaffee zu machen." In bekannter Manier verschränkt Jeannie die Arme, blinzelt und... macht aus dem Meister der Lampe den österreichischen Ibrik-Staatsmeister 2009.
Show. "Der Showcharakter gehört eben einfach dazu", so der gebürtige Stallhofner Grebien, der mit gelbem Gilet und rotem Fez ein wenig an den Meinl-Mohr erinnert. "Glücklicherweise konnten wir aber auch die Geschmacksjury überzeugen." Der Endstand mit 34 von 40 möglichen Punkten spricht eine deutliche Sprache.
Erstmalig wurde der Ibrik-Bewerb heuer bei den österreichischen Kaffee-Meisterschaften in Graz durchgeführt. Grebien erklärt: "Der Wettkampf besteht darin, in zehn Minuten drei orientalische Kaffee-Variationen zuzubereiten." Variante eins bestehe nur aus Wasser und Kaffee. Variante zwei wird mit Kräutern und Gewürzen verfeinert und Variante drei ist eine vollständige Eigenkreation.
Exotische Komposition. Gerne verrät Grebien die Siegermischung: "Es handelt sich um eine Komposition aus Süß- und Zedernholz mit einem Hauch von Muskat und Nelken, gekrönt mit Safran-Milchschaum." Und die Gewürzvariante klingt ähnlich exotisch: "Maishaar, Bio-Rübenzucker und feinster Zimt haben zu einer sehr eleganten Mischung geführt." Eine Mischung, für die Grebien nicht viel herumprobiert hat. "Das spielt sich mehr im Kopf ab. Ich habe einfach überlegt, welche Zutaten zusammen passen könnten."
Und bei Zutaten kann Grebien aus dem Vollen schöpfen. Immerhin beschäftigt sich der Gastrosoph seit vielen Jahren mit allem, was mit Genuss zu tun hat und sammelt immer neue Erfahrungen; wie etwa beim österreichischen Minztag, einer Kürbissortenschau oder bei diversen Weinverkostungen. "Kaffee finde ich aber besonders spannend", so der Vorjahres-Staatsmeister in der Kategorie "Coffee in good spirits". "Im Kaffee sind 800 bis 1000 unterschiedliche Aromen vereint. Eine gute Mischung zu finden, ist daher eine echte Herausforderung."
Auf zur Weltmeisterschaft. Eine Herausforderung, der sich Grebien im Juni erneut stellen wird. Dann tritt er nämlich in Köln als österreichischer Ibrik-Vertreter bei der Weltmeisterschaft am. Und bis dahin ist viel zu tun: "Ich experimentiere noch mit den Kaffeesorten. Mein heimlicher Favorit im Moment sind die Bohnen aus Jemen." Außerdem muss die Show noch auf internationales Niveau gehoben werden. "Nicht inhaltlich", ist Grebien von seiner Performance überzeugt. "Aber die Moderation muss in englischer Sprache erfolgen."
Und in den Trainingspausen? Da wird sich der Staatsmeister wohl noch den einen oder anderen Espresso genehmigen. Den trinkt Grebien nämlich am liebsten. Ein kleiner Tipp: "Das Glas Wasser gehört unbedingt dazu, um die Bitterstoffe vom Gaumen wegzuspülen." Bei Wettbewerben serviert der Profi deshalb auch besonders weiches Wasser aus einer slowakischen Quelle.

















