"Die Tiere haben geschrien vor Schmerzen"
Lange Liste an Missständen bei Tiertransport aus Tschechien festgestellt. Verletzte Rinder, viele Mängel. . . Zielort des Transports: Graz.

Foto © LandespolizeikommandoDie Rinder konnten aufgrund der geringen Raumhöhe nicht aufrecht stehen
Was Tierschützer und Polizei am Dienstag Abend bei einer Kontrolle eines tschechischen Tiertransports zu Gesicht bekamen, ist kaum zu beschreiben. Nikolaus Kulmer von der Organisation "TierWeGe" schildert: "Kot und Urin rannen vom Wagen. Von 26 Tieren mussten 18 knien, weil die Raumhöhe zu niedrig war. Ein Rind hatte laut Amtstierarzt möglicherweise eine gebrochene Hüfte, ein weiteres ein gebrochenes Bein. Eines war gestürzt und lag unter der Trennwand. Es hatte keine Möglichkeit, aufzustehen. Und die Tiere haben geschrieen vor Schmerzen."
Schmerzen und Leid. Die Polizei stellte zudem fest, dass Ruhezeiten nicht eingehalten wurden und eine Reihe weiterer Delikte angefallen waren. Im Polizeibericht steht außerdem: "Den Tieren wurde während des Transportes mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Schmerzen und Leiden zugefügt."
Verfolgt. Aufgefallen ist der Transport den Mitarbeitern der "TierWeGe". "Wir haben den Wagen auf der A2 verfolgt und die Polizei informiert. Bei Arnwiesen wurde er gestoppt", so Kulmer. Auffallend war, "dass derselbe Transporteur in der Vergangenheit bereits zweimal abgestraft worden war. Es ist mir ein Rätsel, warum er noch fahren darf."
Export. Zielort des Transports aus Dobre Pole war übrigens der Schlachthof Graz. Laut Harald Fötschl, Vize-Landesveterinär, wird das Fleisch dieser Tiere in ein Drittland, "wahrscheinlich Mazedonien" exportiert.
Transport gestoppt. Kulmer ist erschüttert: "2008 habe ich geholfen, 38 Transporte zu stoppen. Jetzt wieder. Ich möchte Politiker bei der Hand nehmen, damit sie sich das anschauen. Dann will ich sehen, ob sie zögern, EU-Subventionen für Transporte zu streichen." Die Tiere wurden nach der Kontrolle zum Zielort Graz gebracht, wo sie erlöst wurden.

















