Life-Haus-Pleite: Gericht präsentiert die Rechnung
Drei Geschäftsführer standen vor dem Schöffengericht. Der spektakuläre Konkurs des Bauträgers endet strafrechtlich für alle drei mit unbedingten Haftstrafen.

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Drei lange Verhandlungstage hat sich das Schwurgericht Zeit genommen, um die Aufsehen erregende Pleite des Bauträgers "Life Haus" bis in alle Details juristisch aufzuarbeiten. Drei Angeklagte mussten sich vor Gericht verantworten: Der Ex-Life-Geschäftsführer, der sein Unternehmen vor der Pleite weiterverkauft hat, derjenige, den der der Staatsanwalt als "faktischen Geschäftsführer" bezeichnet, und einen dritten, der rechtlich Geschäftsführer war.
Liste der Vergehen ist lang. Die angeklagten Delikte reichten von Betrug über betrügerischer Krida, fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen bis zur Begünstigung einzelner Gläubiger. 19 Privatbeteiligte haben sich mit Forderungen angeschlossen, die von den Angeklagten aber nicht anerkannt wurden.
Anträge der Verteidigung abgewiesen. Gestern wurden noch zahlreiche Anträge des Verteidigers des Erstangeklagten abgewiesen - einschließlich des Antrags, den Gutachter auszutauschen und eines Beweisantrags, den er noch während seiner Schlusserklärung stellte.
39 Unternehmen auf dem Gewissen. Staatsanwalt Konrad Kmetic forderte die Verurteilung aller drei Angeklagten. "Wie seriös ist einer, der sein Lebenswerk um zwei Euro an einen so genannten ,Sanierer' verkauft?", fragte er. Dieser "Sanierer", der Zweitangeklagte, habe bereits 39 Unternehmen auf dem Gewissen. Und zum Drittangeklagten, der behauptet, er sei eigentlich nur der Fahrer gewesen: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht."
Schuldspruch für alle Angeklagten. Das Gericht spricht schließlich alle drei Angeklagten in mehreren Punkten schuldig. Der Hauptangeklagte wird zu drei Jahren unbedingt verurteilt, der Zweitangeklagte zu zwei Jahren. Und der Drittangeklagte zu einem Jahr. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Dem Masseverwalter, der den Schaden mit acht Millionen Euro beziffert, wird ein symbolischer Betrag zugesprochen.
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Die Firma Life Haus war spezialisiert auf den Bau von Einfamilienhäusern und Doppelhäusern. Die Käufer zahlten, doch das Geld soll bei den Handwerkern zum Teil nie angekommen sein. Der Schaden beläuft sich auf knapp elf Millionen Euro.


















