Schihelm-Pflicht: Steiermark dafür, aber nur bundesweit
Schihelmpflicht für alle bis 15-Jährigen: Steirischer Landtag spricht sich dafür aus und fordert vom Bund eine österreichweit einheitliche Lösung.

Foto © APADie Zustimmung in der Steiermark für eine Schihelmplicht ist groß
Im steirischen Landtag sind am Dienstag die Weichen für eine Schihelmpflicht für Kinder bis zum 15. Lebensjahr gestellt worden - allerdings nicht für eine landesgesetzliche Regelung a la Niederösterreich, sondern für eine Aufforderung an den Bund, eine dementsprechende bundeseinheitliche Lösung herbeizuführen. Im Landtagsplenum wird der Beschluss kommenden Dienstag fallen.
Seltene Einigkeit. Beim Thema Schihelmpflicht herrschte seltene Einigkeit unter den Fraktionen. Alle vier, also ÖVP, SPÖ, KPÖ und Grüne traten in den Ausschussverhandlungen für eine Einführung der Schihelmpflicht ein, wobei man das Alter von ursprünglich 14 auf 15 hinaufsetzte. Einig war man sich auch darüber, dass nur eine bundesweit einheitliche Regelung über eine Paragraf-15a-Vereinbarung Sinn mache. Außerdem wurden Anreize für das Helmtragen gefordert.
Das BZÖ, das nicht im Landtag vertreten ist, nahm den Ball auf. Landesobmann Abg. Gerald Grosz bezeichnete den Landtagsbeschluss als "Alibiaktion" und verwies darauf, dass man bereits einen Antrag zur Helmpflicht in das Parlament eingebracht habe. Der Antrag werde gegenwärtig im Gesundheitsausschuss des Nationalrats verhandelt.
Gewissermaßen gegen den Strom schwimmt der Verein "Große schützen Kleine", wo man eine Helmpflicht generell und insbesondere nur für Kinder für nicht sinnvoll erachtet. Nach den Worten des Vereinsobmannes und Vorstandes der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie, Michael Höllwarth, würde die nun ins Auge gefasst Altersgruppe ohnehin eine Helmtragequote von 80 bis 100 Prozent aufweisen. Die Verletzungsquote in dieser Altersgruppe liege bei zehn Prozent, Kopfverletzungen seien nicht häufig. Weit mehr gefährdet seien die 16- bis 20-Jährigen und die über 50-Jährigen. Das Problem sei die Selbstüberschätzung: "Der Helm soll kein Persilschein sein", so Höllwarth.















